31.10.2003 · Der Luchs-Bogen im Sternbild des Luchs ist die größte, heißeste und hellste bislang beobachtet Region des Universums, in der sich neue Sterne bilden.
Der zwölf Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernte Luchs-Bogen im Sternbild des Luchs ist die größte, heißeste und hellste bislang beobachtet Region des Universums, in der sich sich neue Sterne bilden.
Er ist neuesten Erkenntnissen zufolge eine Million mal so hell wie der Orion-Nebel und enthält eine Million blau-weiße Sterne, die doppelt so heiß sind wie normale Sterne in der Milchstraße. Astronomen halten den Bogen für ein seltenes Beispiel, wie Sterne in der Frühzeit des Universums entstanden sind, als Feuerstürme von neuen Sternen durch den Himmel zischten.
Kooperation zwischen mehreren Teleskopen
Aufgespürt haben den seltenen Fund verschiedene Teleskope im Röntgen-, optischen und Infrarotbereich. Dazu gehörten das Nasa-Weltraumteleskop Hubble, das Teleskop Rosat und das Keck-Teleskop. Die Ergebnisse wurden im „Astrophysical Journal“ vom 20. Oktober veröffentlicht.
Der Luchs-Bogen erscheint als roter Bogen hinter einem entfernten Cluster in 5,4 Milliarden Lichtjahren Entfernung im Sternbild des Luchs. Der Bogen ist das gestreckte und vergrößerte Bild eines zwölf Milliarden Lichtjahre entfernten Objekts, das schon existierte, als das Universum noch keine zwei Milliarden Jahre existierte, also nur 15 Prozent seines heutigen Alters erreicht hatte.
Vergleich mit dem Orion-Nebel
Robert Fosbury von der europäischen Raumfahrtbehörde Esa, der die internationale Kooperation leitete, versuchte zunächst, den Bogen durch eine Lichtanalyse zu identifizieren, doch das Team konnte kein Muster in der Spektral-Signatur entdecken. Im Vergleich mit anderen Objekten fand Fosbury, daß die Emissionen denen des Orion-Nebels ähnelten, nur sehr viel stärker waren.
Bradford Holden, Ko-Autor von der University of California sagt: „Wir könnten eine Sternenwiege zu einem Entwicklungsstadium gefunden haben, die viele Galaxien durchlaufen, und eine Phase, die nur mit hochempfindlichen Instrumenten beobachtet werden kann.“ Er findet den Luchs-Bogen besonders interessant, weil dort viele „unglaublich massive Sterne, die viel größer sind als Sterne, die in unserer Galaxie existieren“ entstehen. Fosbury fügt hinzu: „Das bemerkenswerte Objekt zeigt uns am ehesten, wie solche ursprünglichen Objekte ausgesehen haben. Und wir könnten sie sehen, wenn unsere Teleskope besser werden.“