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Astronomie Funkelnder Zuwachs im Sternenzoo

Im Sternbild Zentaur hat man drei Dutzend Objekte entdeckt, deren Leuchtkraft auf rätselhafte Weise schwankt.

© ESO Vergrößern Foto Eso, Sternhaufen NGC 3766

Eine neue Spezies wird gewöhnlich eher von Botanikern oder Zoologen entdeckt - nun ist das offenkundig auch Schweizer Astronomen gelungen. Mit dem 1,2-Meter-Leonhard-Euler-Teleskop am La-Silla-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (Eso ) in Chile fanden die Wissenschaftler 36 Sterne, die offenbar zu einer neuen, bislang unbekannten Klasse gehören. Aufgefallen waren die Objekte den Forschern, weil ihre Helligkeiten innerhalb von Stunden um wenige zehntel Prozent schwanken. Fundort der neuen Sternenklasse ist der 7000 Lichtjahre entfernte Sternhaufen NGC 3766, der in der südlichen Konstellation Zentaur liegt (“Astronomy & Astrophysics“, http://arxiv.org/abs/1304. 5266). Sieben Jahre lang hatten die Forscher um Nami Mowlavi von der Genfer Sternwarte die mehr als dreitausend Sterne des Haufens auf winzigste Helligkeitsänderungen überwacht.

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Kein  Zeichen von Exoplaneten

Dass viele Sterne nicht mit konstanter Helligkeit leuchten, sondern dass ihr Licht periodisch zu- und abnimmt, wissen Astronomen seit Jahrhunderten. Die Gründe dafür sind vielfältig. So können Planeten vor dem fraglichen Stern vorbeiziehen und dabei für Minuten oder Stunden einen Bruchteil des Sternlichts, das ein Beobachter normalerweise registriert, blockieren oder merklich abschwächen. Die Weltraumteleskope Kepler und CoRoT, aber auch zahlreiche erdgebundene Observatorien haben mit diesem Verfahren bereits erfolgreich extrasolare Planeten aufgespürt. Andere Sterne pulsieren regelrecht, vergrößern also innerhalb von Tagen oder Wochen ihre Oberfläche und schrumpfen wieder - dabei ändert sich ihre Leuchtkraft. Eine Klasse dieser Sterne, die Cepheiden, pulsiert so regelmäßig, dass sie den Astronomen als Entfernungsmarker in fernen Galaxien dient.

Rätselhafte Sonnen

Die im Vergleich dazu winzigen Helligkeitsvariationen der nun 36 neu entdeckten Sterne können Mowlavi und seine Kollegen aber noch nicht erklären. Erstaunlicherweise handelt es sich um sonnenähnliche Sterne, die den gängigen Modellen folgend überhaupt keine Veränderungen ihrer Leuchtkraft zeigen sollten. Dass sie es dennoch tun, könnte Mowlavi zufolge mit ihren extremen Rotationsgeschwindigkeiten zusammenhängen.

Herumwirbelnde Blinklichter

Anders als unsere Sonne, die sich gemächlich in 25 Tagen einmal um ihre Achse dreht, wirbeln die 36 Sterne in NGC 3766 mit mehr als der Hälfte der kritischen Geschwindigkeit, bei der sie von den dabei wirkenden Zentrifugalkräften auseinandergerissen würden. Die genauen Zusammenhänge zwischen Rotationsgeschwindigkeit und Leuchtkraft sind allerdings unklar. Zudem müssen sich Mowlavi und seine Mitarbeiter Gedanken darüber machen, welchen Namen sie dem Zuwachs im Sternenzoo geben wollen.

Quelle: F.A.Z.

 
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