13.12.2006 · Die Europäische Südsternwarte (Eso) plant mit dem „Extremely Large Telescope“ eine neue Generation von Teleskopen. Der Name ist Programm: Mit 42 Metern Spiegeldurchmesser überträfe es alles bisher dagewesene.
Von Günter PaulEine neue Generation von Fernrohren will die Europäische Südsternwarte (Eso) mit dem Bau eines 42-Meter-Teleskops in die Wege leiten, für das sie jetzt mit dem Entwurf beginnt. Die bislang größten Teleskope haben Spiegel mit zehn Meter Durchmesser. Für die Entwurfsphase, die etwa drei Jahre dauern wird, hat die Eso nun 57 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Im Anschluß könnte mit der Konstruktion begonnen werden. Die Inbetriebnahme des Teleskops, das einschließlich der Entwicklungsarbeiten rund 800 Millionen Euro kostete, wäre frühestens im Jahr 2017 möglich. Ein Standort steht noch nicht fest.
Adaptive Optik
Seit Ende vergangenen Jahres waren in ganz Europa mehr als hundert Astronomen damit beschäftigt, die Grundlagen für das neue Riesenteleskop - das „European Extremely Large Telescope“ (E-ELT) - zu erarbeiten. Dabei konnten frühere Studien für die Projekte eines 100-Meter-Teleskops (Owl, Overwhelmingly Large Telescope) der Eso genutzt werden und für ein 50-Meter-Teleskop (Euro-50), das von Schweden, Spanien, Finnland und Irland studiert wurde.
Das E-ELT soll einen Hauptspiegel mit 42 Meter Durchmesser erhalten, der aus 906 hexagonalen Segmenten mit je 1,45 Meter Durchmesser besteht, und einen sechs Meter großen Sekundärspiegel. Ein dritter Spiegel mit 4,2 Meter Durchmesser leitet das Licht zu einer aus zwei eigenen Spiegeln bestehenden adaptiven Optik, mit der ermittelt wird, bei welcher Spiegelform die jeweilige Luftunruhe ausgeglichen wird. Etwa tausend Mal pro Sekunde sollen 5000 in ihrer Länge automatisch regelbare Stützen diese Spiegelform sicherstellen.