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Supernova Beobachtung : So früh wie noch nie

Künstlerische Illustration einer Supernova-Explosion Bild: Greg Stewart/SLAC National Accelerator Lab

Supernova-Explosionen sind gewaltig. Allerdings kann man ihr Auftreten nicht genau vorhersagen. Astronomen hatten nun das Glück, eine Supernova nur drei Stunden nach der Explosion zu entdecken.

          Supernova-Explosionen, wie sie am Ende des Lebens massereicher Sterne stattfinden, gehören zu den spektakulärsten Ereignissen im Kosmos. Nachdem der Stern seinen nuklearen Brennstoff verbraucht hat und sein Kern unter dem Druck der äußeren Sternhülle kollabiert, reißt eine gewaltige, nach außen laufende Stoßwelle den Stern auseinander und erhöht dabei dessen Leuchtkraft so sehr, dass er so hell strahlt wie eine ganze Galaxie. Da man aber nicht weiß, wann und wo die nächste Supernova zu erwarten ist, war es bisher noch nie gelungen, eine solche Explosion in ihrer ersten Anfangsphase zu beobachten.

          Die Supernova SN 2013fs setzte  am 6. Oktober 2013 in einer 160 Millionen Lichtjahre entfernten Spiralgalaxie dem Leben eines roten Überriesen ein spektakuläres Ende.
          Die Supernova SN 2013fs setzte am 6. Oktober 2013 in einer 160 Millionen Lichtjahre entfernten Spiralgalaxie dem Leben eines roten Überriesen ein spektakuläres Ende. : Bild: AFP
          Sibylle Anderl

          Redakteurin im Feuilleton.

          Nun wurde im Rahmen einer automatischen Himmelsdurchmusterung in der etwa 160 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie NGC 7610 erstmalig eine Supernova, genannt SN 2013fs, nur drei Stunden nach der Explosion aufgespürt, wie Astronomen um den israelischen Forscher O. Yaron in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Nature Physics“ berichten. Nach der Entdeckung wurden sofort Folgebeobachtungen mit anderen Teleskopen veranlasst. Die Beobachtungen erfolgten früh genug, um noch Informationen über die ursprüngliche Umgebung des Sterns zu gewinnen, bevor diese durch die Druckwelle für immer ausgelöscht wurden.

          Der Stern, der als roter Überriese identifiziert wurde, scheint in eine Hülle dichten Gases eingebettet gewesen zu sein, die er im letzten Jahr vor seiner Explosion ausgestoßen hatte. Der Ausstoß könnte auf Instabilitäten zurückzuführen sein, die der massereiche Stern am Ende seines nuklearen Brennens durchlebte. Die Ergebnisse liefern neue Anhaltspunkte für das Verständnis der Endphase der Entwicklung massereicher Sterne und der Anfangsbedingungen ihrer Explosion, die hoffentlich bald durch weitere Entdeckungen junger Supernovae im Rahmen andauernder Durchmusterungen ergänzt werden.

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          Quelle: F.A.Z.

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