Erstmals ist ein wichtiger Baustein der Proteine, die Aminosäure Glyzin, im Schweif eines Kometen nachgewiesen worden. Das Biomolekül hat man in den Proben entdeckt, die die Sonde Stardust vor fünf Jahren eingesammelt hatte, als sie 320 Millionen Kilometer von der Erde entfernt durch die Gas- und Staubwolke des Kometen 81P/Wild 2 flog. Im Januar 2006 sind die Proben mit einem Kanister, der von Stardust abgekoppelt wurde, zur Erde gelangt.
Seitdem hat man die Staubteilchen gründlich auf ihre Bestandteile untersucht. Dass das gefundene Glyzin tatsächlich von Wild 2 stammt und nicht auf eine Kontamination zurückzuführen ist, zeigte eine Isotopenanalyse. In den Aminosäuren fand man offenbar große Anteile von Kohlenstoff-13, was für organische Substanzen aus dem Weltall charakteristisch ist, berichten die Forscher um Jamie Elsila vom Goddard Space Flight Center der Nasa in Greenbelt in einer der kommenden Ausgaben der Zeitschrift "Meteoritics and Planetary Science". Aminosäuren auf der Erde enthalten vor allem das Isotop Kohlenstoff-12.
Ester im All
Der erstmalige Nachweis von Glyzin im Schweif eines Kometen ist für die Wissenschaftler einmal mehr ein Indiz dafür, dass auch im All einfache Bausteine des Lebens entstanden sind, die mit Kometen zur Erde gelangt sein könnten.
Aminosäuren und andere organische Substanzen wurden bereits in Meteoriten nachgewiesen, auch in den Spektren von Gaswolken und von Galaxien hat man zahlreiche Hinweise gefunden, die auf das extraterrestrische Vorkommen wichtiger organischer Stoffe hindeuten. Kürzlich hat eine internationale Forschergruppe die beiden organischen Verbindungen, den Ester Äthylformiat und das Alkylzanid Propylzyanid, in der Nähe des Zentrums der Milchstraße, im Sternentstehungsgebiet Sagittarius B2, entdeckt ("Astronomie und Astrophysics", Bd. 499, S. 215). Die beiden Moleküle stellen jeweils die komplexesten bisher im Weltraum entdeckten Vertreter ihrer Klassen dar.
