Der etwa 500 Kilometer große Kleinplanet Vesta ist offenbar weniger stark dem Sonnenwind und den damit verbundenen „Verwitterungsprozessen“ ausgesetzt als unser Mond oder andere Asteroiden ohne Atmosphäre. Darauf weisen die jüngsten spektroskopischen Daten der Nasa-Raumsonde „Dawn“ hin, die unlängst die Oberfläche des drittgrößten Objekts des zwischen Mars und Jupiter gelegenen Asteroidengürtels aus einer Entfernung von rund 200 Kilometer observierte.
So hat man keine Spuren von eisenhaltigen Metallpartikeln entdeckt, die üblicherweise durch das Bombardement des Gesteins mit energiereichen geladenen Teilchen von der Sonne entstehen. Die Oberflächen der betroffenen Objekte werden dadurch allmählich dunkler, was bei Vesta nicht in diesem Ausmaß zu beobachten ist. Die bekannten unregelmäßig verteilten dunklen Stellen auf der hellen Oberfläche aus Basaltgestein haben einen gänzlich anderen Ursprung. Sie stammen von kohlenstoffhaltigen Meteroiten, von denen Vesta getroffen wurde, wie zwei deutsch-amerikanische Forschergruppen in der Zeitschrift „Nature“ (Bd. 491, S. 79 u. 83) berichten.
Rund 300 Meteorite sind schätzungsweise während der vergangenen 3,5 Milliarden Jahre auf Vesta eingeschlagen. Ihr kohlenstoffhaltiges Material habe sich im Laufe der Zeit mit dem Gestein von Vesta vermischt. Woher die Meteoriten stammen, und ob auf anderen Objekten des Asteroidengürtels ähnliche Bedingungen herrschen wie auf Vesta, ist indessen unklar. Die Raumsonde Dawn, die 2007 gestartet und im vergangenen Jahr in die Umlaufbahn von Vesta einschwenkte, ist seit diesem September unterwegs zum Asterioden Ceres, den sie 2015 erreichen wird
