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Weltklimagipfel in Doha Altmaier dämpft Erwartungen

In Doha ist der diesjährige Weltklimagipfel eröffnet worden. Bundesumweltminister Altmaier warnt vor überhöhten Erwartungen, will aber Deutschlands Rolle als Vorreiter beim Klimaschutz beibehalten.

© dapd Gute Aussichten? Altmaier fliegt mit Skepsis zum UN-Klimagipfel

In der Hauptstadt des Golfstaates Qatar, Doha, ist am Montag der diesjährige Weltklimagipfel eröffnet worden. Bis Ende nächster Woche wollen die Delegierten aus mehr als 190 Staaten einen Fahrplan für Gespräche zu einem Weltklimavertrag festlegen, der 2015 beschlossen werden und 2020 in Kraft treten soll. Zudem steht die Verlängerung des am 31. Dezember endenden Kyoto-Protokolls an. Darin verpflichtet sich eine schwindende Zahl von Industriestaaten, unter ihnen die Länder der EU, freiwillig zu Beschränkungen beim Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen. Diese macht eine große Mehrheit von Wissenschaftlern für steigende Erdtemperaturen und Klimawandel verantwortlich. Auch soll darüber beraten werden, wie der „Grüne Klimafonds“, der von 2020 an mit jährlich 100 Milliarden Dollar gefüllt werden soll, finanziert werden kann.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), der Mitte nächster Woche nach Doha reist, bekräftigte seine Warnung vor überhöhten Erwartungen. Nach der Wahl in Amerika und dem Machtwechsel in China, den beiden Ländern mit den höchsten Emissionen, sei unklar, wie handlungsfähig deren Vertreter seien. Deutschland müsse seine Rolle als Vorreiter beim Klimaschutz beibehalten, sagte er. Umweltschützer und die Grünen warfen der Regierung vor, sich nicht stark genug für den Klimaschutz und einseitig schärfere Ziele in der EU zu engagieren.

Mahnung zur Kompromissbereitschaft

Die Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres, mahnte die Delegierten angesichts der Erderwärmung zu Kompromissbereitschaft und appellierte an sie, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Notwendig sei eine Vereinbarung, der sich alle verpflichtet fühlten und die wissenschaftlichen Erkenntnissen genüge.

Der Chefökonom des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer, beschrieb die Verhandlungen in Doha als „äußerst zäh“. Im Gespräch mit der F.A.Z. empfahl er, dass jene 20 Staaten, die 80 Prozent der Emissionen ausstießen, parallel über mehr Klimaschutz verhandeln sollten. Wer Kohlendioxidemissionen reduzieren wolle, komme nicht daran vorbei, den Handel mit Emissionsrechten auszubauen und zu verschärfen oder Steuern auf CO2-Emissionen zu erheben. Gerade dies könne für Schwellenländer auch ein Weg sein, den Ausbau ihrer Infrastruktur zu finanzieren.

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Quelle: F.A.Z.

 
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