http://www.faz.net/-gwz-7obwy

Vitamin-D-Prophylaxe : Zweifel am „Sonnenhormon“

  • -Aktualisiert am

„...der Bewerber links scheint etwas schwach auf der Brust zu sein...” Bild: dpa

Ein Vitamin wird entzaubert. Vitamin D ist nicht das erste, aber ein besonders beliebtes, wenn es darum geht, körperliche Defizite zu kompensieren, etwa die Knochen zu stärken. Ist die Nahrungsmittelergänzung nur Hokuspokus?

          Es gilt als gut für alle und alles: Von der Stärkung der Knochen, dem Schutz vor Krebs und Infektionen, der Senkung der Risiken durch Herzkreislauferkrankungen oder Stoffwechselstörungen – insgesamt werden die gesundheitlichen Vorteile von Vitamin D auf 137 beziffert. Alle, die schon hofften, mit der Beimengung von Vitamin D ins Trinkwasser den allgemeinen Gesundheitslevel der Bevölkerung anheben zu können, müssen ihre hohen Erwartungen aber wohl herunterschrauben. Zwei Analysen aus dem „British Medical Journal“  (hier und hier) holen den Vitamin-D-Hype auf den Boden der Tatsachen zurück.

          Die Schlussfolgerungen der beiden international besetzen Forscherteams lauten: Trotz hunderter Übersichtsarbeiten und Metaanalysen gebe es keine überzeugenden Belege für den Nutzen einer Vitamin-D-Gabe. Unter bestimmten Umständen sei jedoch vorstellbar, dass Vitamin D gesundheitliche Vorteile habe. So ist unter jenen, die Vitamin D3 als Nahrungsmittel einnehmen, die Sterblichkeit geringer im Vergleich zu Personen, die darauf verzichten. Das war immerhin auch ein Ergebnis einer der aktuellen Studien.

          Vitamin D in der Milch stärkt die Knochen.

          Allerdings ist immer noch offen, ob die Vitamin-D-Einnahme nicht schlicht auf eine allgemein gesundheitsbewusstere Lebensweise hindeutet. So maßvoll wie der Nutzen fallen denn auch die Empfehlungen aus: Bevor eine generelle Supplementierung jedem ans Herz gelegt werden könnte, müsse man mehr wissen. Helmut Schatz, der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, hat als ausgewiesener Hormon- und Stoffwechselexperte die Berichterstattung und den Enthusiasmus über dieses vielgepriesene Vitamin jahrelang mit der gebotenen wissenschaftlichen Skepsis verfolgt und kommentiert.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Bargeld-Entgelte sind bei vielen Banken inzwischen deutlich gestiegen.

          Bargeld-Entgelte : Vier Euro für Bargeld am Bankautomaten

          Sieben Jahre ist es her, dass das Bundeskartellamt die übertrieben hohen Bargeld-Entgelte an den Geldautomaten bemängelt hatte. Und was ist seither passiert?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.