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Rockot-Trägerrakete Schwerter zu Pflugscharen

30.09.2005 ·  Wenn „Rockot“-Trägerraketen Nutzlast ins All befördern, erfüllt Rußland damit gewinnbringend den amerikanisch-russischen Start-Vertrag zum Abbau von Nuklearsprengköpfen. Die Rakete ist der Nato besser unter dem Kürzel SS 109 bekannt.

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Die Gründung des deutsch-russischen Gemeinschaftsunternehmens Eurockot basiert auf dem russisch-amerikanischen Start-Abkommen, das die Anzahl der Raketen und Atomsprengköpfe beider Seiten limitiert. Zu den zur Vernichtung bestimmten atomaren Mittelstreckenraketen gehören auf russischer Seite auch die Interkontinentalraketen des Typs UR-100NUTTCh. Sie sind besser unter dem Nato-Kürzel SS-19 bekannt. Alternativ zur Verschrottung wurde seinerzeit die Möglichkeit der zivilen oder kommerziellen Nutzung eingeräumt.

Da Verschrotten Geld kostet, das Verschießen der Raketen mit Satelliten-Nutzlasten hingegen Geld einspielen kann, lag die Alternative auf der Hand. So gründeten die damalige DaimlerChrysler Aerospace AG (Dasa) und das russische Raumfahrtunternehmen Chrunitschew 1995 die Eurockot Launch Services GmbH (Eurockot) mit Sitz in Bremen, um Startdienstleistungen mit der „Rockot“ zu vermarkten.

Zwei Tonnen Nutzlast werden bewegt

Hinter der „Rockot“ verbirgt sich die Nutzung der bewährten ersten und zweiten Antriebsstufe der Konversionsrakete SS-19, die mit einer erprobten russischen Oberstufe kombiniert wird. Die Oberstufe ist notwendig, um Satelliten in die gewünschte Umlaufbahn zu bringen. Die hohe Leistungsfähigkeit des Trägersystems von nahezu zwei Tonnen Nutzlast basiert wesentlich auf der von Chrunitschew entwickelten Oberstufe Breeze-KM, die mit einem mehrfach wiederzündbaren Haupttriebwerk ausgestattet ist. Die genaue Manövrierbarkeit erlaubt, Satelliten in unterschiedlichen Umlaufbahnen zu platzieren. Nach erfolgter Satellitentrennung wird die Breeze-KM gezielt zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre manövriert, um dort zu verglühen.

Mit dem kommerziellen „Rockot“-Trägersystem sollen Starts kleiner und mittlerer Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen realisiert werden. Das Engagement der deutsch-russischen Industrie wurde seitens der jeweiligen Regierung als ein konkreter Beitrag zur Konversion und zur industriellen Zusammenarbeit beider Länder politisch unterstützt.

Quelle: FAZ.NET mit Material der Esa
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