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Raumfahrt : Nasa-Experte von Puttkamer gestorben

  • Aktualisiert am

Jesco von Puttkamer testet einen Skylab-Raumanzug (Aufnahme von 1974). Bild: dpa

Jesco von Puttkamer war eines der bekanntesten Gesichter der Nasa. Selbst im Abspann des „Star Trek“-Films taucht er auf - als Berater. Er starb am Donnerstag im Alter von 79 Jahren.

          Der deutsch-amerikanische Luftfahrtingenieur und Publizist Jesco von Puttkamer ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 79 Jahren, sagte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Prof. Johann-Dietrich Wörner. Von Puttkamer starb nach Angaben aus Nasa-Kreisen an Herzversagen. Wörner nannte von Puttkamer einen „großen Kämpfer für die bemannte Raumfahrt“.

          Der gebürtige Leipziger von Puttkamer war nach einem Maschinenbaustudium 1962 in die Vereinigten Staaten ausgewandert. „Der Mond war sein großes Lebensthema, der Mars seine große Zukunftshoffnung“, sagte der Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Peter Hintze (CDU), in einer ersten Reaktion. „Die deutsche Raumfahrt trauert mit dem amerikanischen Volk um einen genialen Raumfahrt-Ingenieur und begnadeten Vermittler von Raumfahrt-Themen.“ Von Puttkamer habe das Gesicht der Raumfahrt an der Seite Wernher von Brauns geprägt. Als Nasa-Experte war er einem breiten Fernsehpublikum bekannt geworden.

          Enthusiast für die Raumfahrt

          Der deutsch-amerikanische Fachmann arbeitete in den 1960er Jahren unter Wernher von Braun am Apollo-Mond-Programm. Nach dem Ende des Programms leitete er im NASA-Hauptquartier in Washington eine Arbeitsgruppe zur permanenten Erschließung des Alls. Seine Begeisterung für die Raumfahrt war auch durch Rückschläge nicht zu erschüttern. So vertrat er die Auffassung, dass die „Ausbreitung des Lebens ins All ein Hauptziel der Entwicklungsgeschichte des Menschen sein“ könnte und es „der Zweck der menschlichen Intelligenz und ihrer Schöpfung, der Technik“, sei, „diesem Ziel zu dienen“.

          Ende des Jahrtausends war von Puttkamer als dienstältester Mitarbeiter zum Leiter des täglichen Bordbetriebes der Internationalen Raumstation ISS avanciert. An dem Projekt waren neben den Vereinigten Staaten 13 weitere Staaten beteiligt. Die Vorteile der internationalen Zusammenarbeit sah von Puttkamer nicht nur darin, dass kein einzelner Staat den finanziellen Kraftakt allein stemmen musste, sondern auch, dass durch ein solch „friedliches Rüstungsprogramm“ Mittel gebunden wären, die „andernfalls in den militärischen Bereich gesteckt würden“.

          Noch voller Zukunftsideen

          2004 begann die Nasa mit einer „Langfriststrategie“ zur Weltraumerforschung, woran von Puttkamer in führender Stellung beteiligt war. Neben seiner Arbeit als Stratege bei der Nasa hatte er sich in Fachkreisen auch eine Reputation als Wissenschaftler erworben, der sich um einen Brückenschlag zwischen den Geistes- und Kulturwissenschaften einerseits und den Technologien andererseits bemühte.

          So hat er neben verschiedenen Science-Fiction-Werken auch eine ganze Reihe von Sachbüchern publiziert. Darin setzte er den Lesern die Raumfahrt, ihre wissenschaftliche Bedeutung und ihre Fortschritte in verständlicher Sprache auseinander.

          Zwischen 1978 und 1980 wirkte er darüber hinaus als Berater für die Umsetzung des Science-Fiction-Abenteuers „Star Trek - Der Film“. Zwischen 1985 und 2000 arbeitete er auch als Honorarprofessor an der Fachhochschule Aachen.

          Jesco von Puttkamer, 1933-2012.
          Jesco von Puttkamer, 1933-2012. : Bild: dapd

          Von Puttkamer sei erst Ende November für eine Woche in Aachen zu Gast gewesen, und habe in seiner Tätigkeit als Honorarprofessor Vorträge vor Studenten gehalten, sagte der Sprecher der FH Aachen, Roger Uhle. „Mit seiner Begeisterung für die Raumfahrt hat er die Studierenden regelrecht angesteckt.“ In „äußerst guter Verfassung und Kondition“ habe er den 79-Jährigen bei seinem Aufenthalt in Aachen erlebt, weitere Treffen seien vereinbart worden.

          DLR-Vorstandschef Wörner zeigte sich betroffen vom Tod des Wissenschaftlers. „Wir bedauern das sehr. Er war jemand, der von der Apollo-Ära immer noch überzeugend und authentisch berichten konnte.“ Erst vor drei Wochen habe er noch guten Kontakt mit von Puttkamer gehabt. Sie hätten vereinbart, sich wieder zu treffen, „um über Zukunftsideen nachzudenken“.

          Quelle: FAZ.NET

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