28.12.2012 · Jesco von Puttkamer war eines der bekanntesten Gesichter der Nasa. Selbst im Abspann des „Star Trek“-Films taucht er auf - als Berater. Er starb am Donnerstag im Alter von 79 Jahren.
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Ein unglaublicher Verlust - dazu auch noch so ein Nachruf eines solchen Berufspolitikers
Seine wissenschaftliche wie menschliche Argumentationskraft durfte ich
noch erleben, als ich ihn zu einer Porträt-Sendung holte. Es mag
allzu simpel klingen, aber hier ist es angebracht: Die Besten sterben
oft zu früh.
In meine Trauer über den Tod Puttkamers mischt sich beim Lesen des
Artikels auch noch Ärger, weil ausgerechnet ein Politiker den
Nachruf spricht, der wie kaum ein anderer für den Niedergang der
politischen Klasse in Deutschland steht: Peter Hintze, der schon als
CDU-Generalsekretär eine der größten Fehlentscheidungen
Helmut Kohls war. Mit Hintze begannen die angegrünten Kreise ihren
langen Marsch zur Umwidmung der einstmals stolzen CDU: Gröhe,
Röttgen, Pofalla, Altmeier, Laschet - allesamt Teile der
Hintze-Seilschaft, die rund um Angela Merkel für eine Politik
stehen, die mit 20 Jahren Verzögerung Rotgrün nachäffen.
Daß ein Fortschrittsfeind wie Hintze jetzt den Raumfahrtexperten
geben darf, ist an Absurdität kaum zu übertreffen.
Doch: Jesco von Puttkamer R.I.P.
Herr Greene, vielen Dank für Ihren Kommentar, ...
ich stimme Ihnen in jeden Detail zu!
Ich erinnere mich besonders daran, dass Herr von Puttkamer sehr zugänglich war.
So hat er mir als sechszehnjähriger Schüler im Jahre 1981 sogar auf meinen kleinen ausgearbeiteten Vorschlag, einen Shuttle-Feststoffbooster als Erststufe mit der S-IVB-Oberstufe (der Saturn-IB) zu kombinieren, sogar einen freundlichen Antwortbrief aus den USA nach Thüringen geschickt! Ein Konzept wie es dann Jahrzehnte später als Trägerraketensystemkonzept Ares-I untersuchte wurde. Mir bleibt auch seine offen und aufgeschlossene Art in der Erinnerung, als ich die Gelegenheit hatte, ihn vor ein paar Jahren auf der ILA in Berlin sprechen konnte. Schade, dass er so überraschend gehen musste.
Nasa-Experte von Puttkamer gestorben
Jesco von Puttkamer war für mich ein hervorragender Interviewpartner, großer Visionär und darüberhinaus guter Bekannter. Er hat die großen Ziele der bemannten Raumfahrt, wie eine ständige Mondbasis und den Flug zum Mars, nie aus den Augen verloren, selbst in einer Zeit als viele Wissenschaftler, Politiker und auch Journalisten den "Rücksturz zur Erde" (Spruch aus der Star Treck-Adaptionsserie "Raumschiff ORION") angetreten hatten. Mit ihm ist nach Neil Armstrong wieder ein Stück der Apollo-Projekt-Ära dahingegangen, die wie er mir einmal sagte: "vorweggenommenes 21. Jahrhundert" war.
Jesco von Puttkamer kann man als Brückenbauer im doppelten
Wortsinne ansehen.
Vordergründung half er die Brücke in den Weltraum zu
errichten. Darüber hinaus gehörte er zu den Ingenieuren, die
ihrer Tätigkeit eine philosophische Dimension geben können und
damit der Philosophie zu einer "Bodenhaftung" verhelfen, die
ihr nur allzu häufig abhanden kommt: "Smart Philosophy"
als Ergebnis einer "Hard Technology". Eine Brücke
zwischen den Ingenieur- und den Geisteswissenschaften.
"Sind die Aktien in den Keller gerauscht?" fragte mich mene
Frau als sie mich aufstöhnen hörte. "Nein, Jesco von
Puttkamer ist gestorben" musste ich ihr zur Antwort geben. (Bei den
Aktien hätte ich nicht so gestöhnt. ;-)