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Robotik : Mienenspiele für Maschinenwesen

Roboter erhalten ein menschliches Anlitz. Bild: Uli Benz/TU München

Wie werden Roboter menschlicher? Münchner Forscher haben eine neue Technik entwickelt, mit der sie den Maschinenwesen ein Lächeln täuschendecht auf deren Anlitz zaubern können

          Das Antlitz von Robotern soll künftig mehr menschliche Züge tragen. Wissenschaftler von der Technischen Universität München haben gemeinsam mit japanischen Kollegen ein raffiniertes  Verfahren ersonnen, die den Maschinenwesen fortan ein menschenähnliches Gesicht verleihen könnte.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          "Mask-Bot", wie der Prototyp eines sprechenden Kunststoffkopfes heißt, besteht aus einer transparenten Maske, deren Innenseite mit einer floureszierenden Schicht versehen ist. Von hinten projiziert ein am Kopf befestigter Beamer ein 3D-Bild eines menschlichen Gesichts passgenau auf die Maske. Das geschieht so perfekt, dass dadurch  nach Aussagen der Forscher das Antlitz auch von der Seite her gesehen  noch erstaunlich realistisch erscheint.

          Fröhlich oder traurig

          Für das Mienenspiel haben Takaaki Kuratate und seine Kollegen eine spezielle Technik entwickelt. Ein Computer wählt und abstrahiert aus zuvor aufgenommenen Gesichtsausdrücken von Probanden jene, die am besten zu bestimmten Lauten passen, wenn diese Mask-Bot "spricht". Eine Software sorgt dafür,  dass der Kopf, dabei entsprechend fröhlich, traurig oder wütend dreinschaut.

          Bilderstrecke

          Für die Mimik statten Robotiker ihre Geschöpfe meist mit beweglichen Gesichtseinzelteilen aus, die von zahlreichen Miniaturmotoren angetrieben werden.  Dadurch ist dort das Mienenspiel  in der Regel vergleichsweise langsamer als bei Mask-Bot, an deren verbesserten Nachfolger die Münchner Forscher bereits arbeiten. 

          Sprachschule für Roboter

          Perfekt nachsprechen kann Mask-Bot allerdings nur das, was ihm über eine Tastatur mitgeteilt wird - in Englisch, Deutsch und Japanisch. Vorgesprochene Wörter versteht er bislang schwer. Um Servicerobotern  das Sprechen und Verstehen in Echtzeit beizubringen, bedarf es noch großer Forschungsanstrengungen.

          Roboter wie Mask-Bot könnten künftig als Gesprächspartner in Videokonferenzen dienen, etwa um einen zugeschalteten Teilnehmer als Avatar zu vertreten. Auch in Museen verlieren fragesuchende Besucher wohl eher die Scheu, sich für  Auskünfte an einen Roboter zu wenden, wenn sie dabei in menschliches Anlitz blicken. 

          Quelle: F.A.Z.

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