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Saturnsonde auf Abschiedstour : Auf Tuchfühlung mit dem Ringplaneten

Das große Finale von Cassini Bild: Nasa/JPL-Caltec

Vor dem endgültigen Missionsende taucht die Raumsonde „Cassini“ heute in das Ringsystem des Saturns ein und fliegt mehrmals dicht am Gasplaneten vorbei.

          Seit nunmehr 13 Jahren erkundet die amerikanische Raumsonde„Cassini“ den Saturn und seine vielen Monde aus nächster Nähe. Weil dem Kundschafter allmählich der Sprit ausgeht, hat sein Betreiber, die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa, beschlossen, die erfolgreiche Mission am 15. September dieses Jahres zu beenden, mit dem kontrollierten  Absturz in Saturns Atmosphäre. Nachdem Cassini am vergangenen Wochenende ein letztes Mal am größten Saturnmond, dem Titan, vorbeigeflogen ist, beginnt am heutigen Mittwoch das große Finale der Mission. Dabei wird die Raumsonde zum ersten Mal zwischen dem Saturn und seinem Innersten Ringen hindurchfliegen – und das insgesamt 22 Mal in den kommenden vier Monaten.

          Manfred Lindinger

          Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          „Noch nie ist ein Raumschiff durch diese einzigartige Region geflogen“, sagt Thomas Zurbuchen, Missionsmanager von der Nasa. Rund 2400 Kilometer beträgt der Abstand des Gasplaneten von seinem Innersten Ring. Basierend auf Modellen erwarten die Flugingenieure von der Nasa, dass in der Lücke keine großen Eispartikeln herumschwirren, die mit der Sonde kollidieren und sie beschädigen könnten. Aber man ist vorsichtig und benutzt die Parabolantenne bei der ersten Passage als Schutzschild.

          Unbekannte Ansichten vom Ringplaneten

          Obwohl Cassini schon mehrmals durch die Saturnringe geflogen ist, erwartet man für die kommenden Monate spektakuläre Entdeckungen. Bei den anstehenden Durchflügen soll Cassini die Struktur des Saturns und der Ringe näher untersuchen. Die Raumsonde wird auch erstmals Proben von der Atmosphäre des Gasriesen und den Eispartikeln des innersten Saturnrings entnehmen und im Chemielabor an Bord analysieren. Die Nasa-Wissenschaftler erwarten abermals spektakuläre Nahaufnahmen vom „Herrn der Ringe“, wie man den Saturn auch bezeichnet.

          Letzte Impressionen von Titan am vergangenen Wochenende.
          Letzte Impressionen von Titan am vergangenen Wochenende. : Bild: Nasa/JPL-Caltech/Space Science Institute

          Am 22. April flog „Cassini“ noch ein letztes Mal dicht am Saturnmond Titan vorüber. Durch dessen Anziehungskraft wurde „Cassini“ beschleunigt und seine Flugbahn so verändert, dass die Raumsonde Kurs auf Saturns Oberfläche genommen hat. Nach 22 Durchquerungen ist es am 15. September dann Zeit zum Abschiednehmen: 20 Jahre nach dem Start der Mission soll die 2523 Kilogramm schwere Sonde kontrolliert in Richtung Saturn stürzen und in dessen Atmosphäre vollständig verglühen, damit  keine irdischen Kontaminationen die Saturnwelt verschmutzen.

          Die gemeinsam mit der europäischen Raumfahrtagentur Esa und der italienischen Raumfahrtagentur Asi durchgeführte, mehr als 3,2 Milliarden Dollar teure Mission gilt bereits vor dem „großen Finale“ als Erfolg. Unter anderem mit mehreren nahen Vorbeiflügen an den Monden des Saturns hat Cassini einige Entdeckungen gemacht, die die Wissenschaftler begeisterten – darunter einen Ozean aus flüssigem Wasser auf dem Mond Enceladus und flüssige Methan-Seen auf Titan. Der Saturnmond ist der einzige Trabant im Sonnensystem mit einer Atmosphäre.

          Update: Gegenüber einer früheren Version dieses Artikels wurde das Gewicht der Sonde korrigiert.

          Quelle: F.A.Z.

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