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Ende der Halogenlampe : Das sollte doch jedem einleuchten

  • -Aktualisiert am

Früher griff man einfach zur Sechzig-Watt-Birne. Heute ist die Wahl deutlich diffiziler. Bild: Jochen Tack/Imagebroker RM/F1onl

Erst nahm man uns die Glühbirne und jetzt auch noch die Halogenlampe. Vom 1. September an darf sie nicht mehr produziert werden. Eine gute Idee.

          Sie war zu ihrer Zeit eine tolle Lichtquelle“, preist Cornelius Neumann die Halogenlampe. Doch diese Zeit, betont der Wissenschaftler vom Lichttechnischen Institut am Karlsruher Institut für Technologie, sei eben längst vorbei. Deshalb lohne es nicht, dem Halogen hinterherzutrauern, es gebe weit bessere Lösungen.

          Dass die Leuchtdiode, kurz LED, dafür mal taugen würde, galt vor sechs Jahren noch eher als unwahrscheinlich. Zu gewaltig war der Aufschrei der Verbraucher, als damals die Produktion von Glühlampen europaweit verboten wurde. Wie bitte schön, so die allgemeine Verzweiflung, solle man jemals wieder ein derart gemütlich-schummeriges Licht zaubern können? Doch wohl nicht mit diesen kaltweißen Dioden, die seinerzeit auf dem Markt waren? Doch sechs Jahre sind eine lange Zeit. „Die LED“, sagt Neumann, „hat sich inzwischen so viel weiterentwickelt, dass sie das Niveau der Glühlampe deutlich übertrifft.“ Und das der Halogenlampen ebenso. Selbst die als lichtsensibel bekannten Museen haben ihre Halogenspots mittlerweile entsorgt und setzen ihre wertvollen Stücke mit der neuen Technik in Szene. Das Licht ist genauso gut wie zuvor, seine Quelle aber weniger heiß – die Kunst kann weniger Schaden nehmen. Auch die weltberühmten Fresken an der Decke der Sixtinischen Kapelle in Rom werden mittlerweile von 7000 LED bestrahlt.

          LED sind einfach die effizientesten Lichtquellen

          „Das einzige Problem, das noch nicht vollständig gelöst ist, betrifft die Farbe“, erklärt Neumann. Je nachdem, welcher Leuchtstoff gewählt wird, kann der Hersteller das Farbspektrum beeinflussen. „Darin ist man schon sehr gut, und theoretisch ist auch alles möglich, nur der Rotanteil könnte oft noch ein wenig höher liegen, das klappt noch nicht zu hundert Prozent“, sagt der Karlsruher Wissenschaftler. Doch das sei nur noch eine Frage der Zeit. „Die LED ist jetzt schon die effizienteste künstliche Lichtquelle, die es je gegeben hat.“

          So sieht das auch der Bund für Umwelt und Naturschutz, der sie als Energiesparmeister unter den Leuchtmitteln rühmt. Immerhin kommen sie auf eine Lichtausbeute von 90 Lumen pro Watt Energie, eine Halogenlampe schafft nur 15 Lumen. Die vor Jahren im Vergleich zu einer Glüh- oder Halogenlampe noch schmerzhaft hohen Produktionskosten sind heute kein Argument mehr: Innerhalb der vergangenen fünf Jahre ist ihr Preis um 80 Prozent gesunken. Auch brauchen sie inzwischen keine gefühlte Ewigkeit mehr, bis sie ihre volle Leuchtstärke erreicht haben, und sie können mittlerweile – anders als zu ihren Anfangszeiten – problemlos gedimmt werden. Außerdem enthalten sie kein Quecksilber wie die zwischenzeitlich propagierten Energiesparlampen. Auch bei der Lebensdauer kann sie punkten: Eine LED hält doppelt so lange wie eine Energiesparlampe und zehnmal so lange wie eine Halogenlampe. Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch der Verbraucher. „Rechnet man Anschaffungs- und Stromkosten zusammen, bezahlen Verbraucher innerhalb von zehn Jahren über 150 Euro weniger, wenn sie zu LED statt Halogenlampen greifen – und zwar pro Lampensockel“, schreibt der Umweltverband auf seiner Website.

          Im Backöfen dürfen noch Glühfäden funzeln

          Neben der Effizienz spielt allerdings noch die Frage eine Rolle, ob das neue Leuchtmittel ältere Varianten problemlos ersetzen kann. Christoph Mordziol vom Umweltbundesamt nennt als Beispiel den Backofen. Die LED, die, technisch gesehen, ein lichtemittierendes Halbleiter-Bauelement ist, hält keine 200 Grad Celsius aus. Für den Einsatz unter hohen Temperaturen dürfen daher weiterhin Glühlampen auf den Markt kommen. Auch in anderen Situationen ist der Einsatz nach Auskunft von Mordziol noch kritisch zu betrachten. „Teile der anorganischen Stoffe, aus denen eine LED besteht, können ausgasen, deshalb sind diese Leuchtmittel nicht komplett dicht. Außerdem dürfen sie auch nicht mit aggressiven Stoffen wie Ammoniak, Säuren, Laugen, Salzluft oder Autoabgasen in Kontakt kommen. In einem Schweinestall beispielsweise können Sie die also schon mal nicht verwenden“, sagt der Experte vom Umweltbundesamt. Mit Leuchtstofflampen sind Bauern hier also nach wie vor besser bedient.

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