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Überlichtschnelle Neutrinos Unterstützung für Einstein

Aus für überlichtschnelle Neutrinos? Messungen des Neutrino-Experiments „Icarus“ zeigen, dass die neutralen Elementarteilchen das kosmische Tempolimit offenkundig doch nicht übertreten können.

© AP Vergrößern Einstein kann seine Pfeife erstmal in aller Ruhe weiter genießen.

Neutrinos breiten sich offenkundig doch nicht schneller aus als es die Relativitätstheorie erlaubt. Das ist das Fazit von Flugzeitmessungen, die Forscher des   Experiments „Icarus“ im vergangenen Oktober an einem gepulsten Neutrinostrahl ausgeführt hatten. Die Wissenschaftler hatten damals sieben Ereignisse von Neutrinos mit ihrem Detektor registriert. Wie die Analyse der Daten (siehe Veröffentlichung) nun ergeben hat, seien alle Teilchen  auf ihrem Weg vom europäischen Forschungszentrum Cern zum 730 Kilometer entfernten Untergrundlabor des Icarus-Detektors im Gran-Sasso-Massiv bei Rom mit Lichtgeschwindigkeit geflogen,  berichtet das Cern jetzt in einer  Pressemitteilung.

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Schlappe für Opera

Die Ergebnisse widersprechen den Resultaten der  Physiker  vom „Opera-Experiment“. Diese hatten  ihrerseits im Oktober  beobachtet,  dass die neutralen Elementarteilchen die  gleiche Strecke zwischen   Genf  und dem Gran-Sasso-Massiv,  wo auch der Opera-Detektor   untergebracht ist,  rund sechzig Nanosekunden schneller unterwegs waren als es einem  Lichtstrahl möglich gewesen wäre. 

Stecker als Fehlerteufel

„Es scheint sich langsam zu bestätigen, dass die Befunde der Opera-Forscher tatsächlich auf einem Messfehler beruhen“, sagt Sergio Bertolucci, Forschungsdirektor des Cern.  Vor zwei Wochen hatten die Forscher von Opera berichtet, sie hätten an einer zentralen Stelle ihres  Experiments einen nicht korrekt sitzenden Stecker entdeckt. Dieser könnte die im September und Oktober des vergangenen Jahres gemessenen Signale von  überlichtschnellen Neutrinos möglicherweise nur vorgetäuscht haben.  

Mehr zum Thema

Neuer Anlauf im Mai

Dennoch will man an dem Plan festhalten, im Mai diesen Jahres abermals einen  besonders für präzise Geschwindigkeitsmessungen geeigneten Neutrinostrahl am Cern zu erzeugen. Damit sollen die Experimente  Opera,  Icarus sowie  Borexino und  LVD, die ebenfalls im Gran-Sasso-Massiv  untergebracht sind, präzise Flugzeitmessungen vornehmen und testen, wie schnell Neutrinos tatsächlich sind. 

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 16.03.2012, 16:10 Uhr

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