11.12.2012 · Was man bei einer Kaffeetasse, die zu Boden fällt, sofort sieht, ist auch in der Welt subatomarer Teilchen erfüllt: Die Uhren laufen stets vorwärts.
Von Jan HattenbachRichtlinien für Lesermeinungen
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Mesonensuchen mit dem Lichtmikroskop
Everetts Thema kenne ich nicht zuerst von Karl S. Guthke, Der Mythos der Neuzeit. Guthke greift darin das Thema der "Mehrheit der Welten" aus der Literaturgeschichte auf. Die Psychologie kennt auch vieles davon und spricht von Multiplen Persönlichkeiten. Es gab mal Diskurstheorie, die sollte alles vermitteln.
Das Licht, die Perspektive und die Zeit
Ich habe Brian Greenes neueste Erkenntnis bzgl. eines zweidimensionalen Kosmos‘ nicht verfolgt (Das elegante Universum und Der Stoff aus dem der Kosmos ist, habe ich gelesen), doch mit der Beschreibung eines solchen als Hologramm (die Idee ist ja nicht wirklich neu), macht das einen Sinn. In die sog. 3. Dimension, welche ja den Raum erst begründet, wäre ehe die „Perspektive“ inbegriffen. Die Theorie vom Hologramm würde nichts Weiteres sagen, als dass die ganze Räum-Zeit überhaupt der Perspektive geschuldet ist. Die Perspektive sog. intelligenter Wesen machte somit den Kosmos erst räumlich, also 3-Dimensional. Eine solche Theorie würde auch die Objekt-Subjekt-Dichotomie auflösen helfen. Hingegen wären die rein physikalisch evidenten Dimensionen aufeinander bezogene (bi-polare) Energiefelder. Erst das Licht, das sich in biologischen Organismen bricht, schafft die Illusion einer 3. Dimension, konstruiert eine räumliche Welt und mit dieser - die Zeit.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.12.2012 21:25 Uhr@Herold Binsack - Das elegante Universum Addendum
Alle diese Theorien sind bis auf Weiteres Spekulationen. Es gibt keine
einzige Vorhersage, die experimentell bestaetigt ist. Die Theorien sind
auch nicht mathematisch streng hergeleitet. Sie sind Ergebnis einer
Spielerei mit richtiger Mathematik und kreativen Faustregeln wie dem
Korrespondenzprinzip. Nicht alles was mathematisch formulierbar ist, ist
in der Realitaet auch zutreffend.
Ich finde es einfach unserioes, wenn sich einer im Fernsehen hinstellt,
der es besser wissen muesste, und so tut, als waere das alles felsenfest
bewiesen und man muesste nur noch darauf warten bis die Technik so weit
ist, es nachzuweisen. Wahrscheinlich verdient er damit gut Geld. Es gab
schon viele physikalische bzw. kosmologische Theorien, die sich im
Nachhinein als falsch herausgestellt haben, beispielsweise die Steady
State Theorie.
@Herold Binsack - Das elegante Universum ...
... habe ich vor Jahren auch gelesen. Ich habe in meinem Buecherschrank
auch ein paar wissenschaftliche Werke zum Thema Superstringtheorie
(Kaku, Polchinski), die ich zugegebenerweise nur stichprobenhaft gelesen
habe. Ich meine, Brian Greene hat sicherlich seinen Dr. in dem
Fachgebiet verdient, aber bei seinen populaerwissenschaftlichen
Publikationen vermisse ich echt die Verbindung zwischen seinem
Geschreibsel und dem was in einem richtigen Physikbuch steht. (Das gilt
uebrigens fuer die meisten populaerwissenschaftlichen Darstellungen.)
Ganz allergisch reagiere ich aber dann, wenn er mit der gleichen
Selbstverstaendlichkeit Dinge behauptet, die den Aussagen der vorher von
ihm vertretenen Theorie diametral entgegengesetzt sind, ohne seine
vorherigen Erguesse zurueckzunehmen (Kaku uebrigens genauso). Oder wenn
er Theorien wie die von den inflationaeren Blasen in den gleichen
Kontext stellt obwohl die damit Null zu tun haben. Und dann wird so
getan als seien diese Hypothesen Fakt.
Wenn Sie, Herr Dr. Wolfgang Klein, versuchen die QM, zu verstehen, dann
sind Sie vermutlich der Einzige. Wir wissen, dass sie nicht zu verstehen
ist, sondern wir können sie nur beobachten und anschliessend
beschreiben mit den Hilfsmitteln, die uns zur Verfügung stehen
stehen. Weshalb verheimlichen Sie das viel grössere Problem der
Renormalisierung ? Brian Green zeigt aktuell auf, wie Multiversen
nachgewiesen könnten. Wir müssen dazu nur die
Hintergrundstrahlung genauer analysieren und die entsprechenden Muster
aufsuchen. SUSY ist noch nicht tot und das Higgs Boson noch nicht bestätigt.
Herr Dr. Klein, bemühen Sie sich das Free Will Theorem von John
Horton Conway und Simon Kochen zu verstehen. Es ist der Wellenkollaps,
der genügend Freiraum schafft, um das sonderbare Verhalten von
Quanten zu deuten, um "Zufall" zu umschreiben. Das ist keine Inkonsitenz.
QM ist verwirrend, und wir müssen uns bemühen, uns neu zu
verdrahten. Das klassische Denken hat ausgedient. Bell'sche Ungleichung !
@Christian Duerig
Ich arbeite eigentlich seit 25 Jahren nicht mehr wissenschaftlich, habe
aber vor, mein Studium wiederaufzunehmen, wenn ich in den naechsten
Jahren langsam in Rente gehe.
Superstringtheorie steht sowieso auf meiner Tagesordnung, aber dafuer
brauche ich richtig Zeit. Die Lektuere duerfte mir nicht so schwer
fallen, weil der mathematische Apparat, der dort verwendet wird, ohnehin
mein Studienschwerpunkt war. Es gibt auch noch Alternativtheorien wie
die Schleifenquantengravitation. Was mich an all diesen Theorien stoert
ist, dass die Anzahl der a priori Annahmen sehr gross ist. Ich habe
einiges an Literatur ueber Symmetrien in der Physik, aber nichts von
Conway. Die Liste seiner Publikationen laut Wikipedia ist ziemlich kurz,
verglichen beispielsweise mit Michael Atiyah (auch ein
Fields-Preisträger (K-Theorie), wie Witten).
In meinen QM-Vorlesungen haben sie uns auch die zu Kopenhagen
alternativen Interpretationen der QM vorenthalten. Da ist auch viel
Politik und Eitelkeit im Spiel.
VIELEN DANK
Ich werde mich bemühen Everett zu folgen.
Ihnen wünsche ich viel Freude beim Nachvollziehen der Gedanken von
Edward Witten. Sie können mir gelegentlich davon erzählen. Crigs
Nachtrag: Ich werde meine Kopenhagener Deutung überprüfen.
Physik war ein Nebenfachstudium. Kennen Sie das Buch von John Conway
"The Symmetries of Things" ?
@Christian Duerig - In der Tat ...
Mathematik (Schwerpunkte Algebraische Topologie, K-Theorie,
Ext-Homologie, Strong Shape, Funktionalanalysis, C*-/Operatoralgebren,
Topologische/Lie-Gruppen) und theoretische Physik (Promotionspruefung
1988 ueber Symmetrien).
Mich wundert, dass Sie den Wellenkollaps als gegebenes Faktum ansehen.
Ich kann nur empfehlen in Everetts Arbeit reinzulesen (David Deutsch ist
stark durch Everett beeinflusst). Wenn Ihnen das zu viel ist,
durchstoebern Sie doch mal ein wenig die Wikipedia.
Emmy Noether ist doch nicht ganz so wild. Die Arbeit ist nur 14 Seiten
stark und betrachtet nur Erhaltungssaetze der klassischen Physik. Die
Quantentheorien (QM, QFT, SUSY, Superstring) entstehen aber immer aus
klassischen Theorien durch Anwendung des Korrespondenzprinzips (das
seinerseits nur eine Daumenregel ist). Superstring entsteht per
zusaetzlichem Ersetzen von Punkten durch n-Branes. Alles sehr
unmathematisch. Das Geometriekonzept von Felix Klein ist auch sehr
interessant (vgl. Erlanger Programm).
Welle / Partikel
Das Ausbreiten der Wellenfunktion ist der deterministische Teil. Der Messvorgang widerspiegelt den Wellenkollaps und ist das Beobachten eines Partikels. Daran hat sich seit Niels Bohr nichts geändert. Haben Sie Mathe und Physik studiert ? Sie scheinen mit Conway wenig anfangen zu können. Heh ! Er ist vielleicht der genialste Mathematiker der Gegenwart. Edward Witten kann ich bis heute noch nicht nachvollziehen. Meine Physik war ein Nebenfachstudium. Bereits Emmy Noether fordert mich aufs Höchste. Crigs
RENORMIERUNG
Sorry für diesen Lappsus. Es muss heissen: Renormierung.
Kurz zuvor war ich in einem Unterrichtsblog und beteiligte mich an
Sozialisierung, Normalisierung uam. Ich hasse alle diese
Ung-Wärter. In der Mathe brauchen wir deshalb die Verben wie:
normieren, standardisieren, operieren uam.
@Christian Duerig - "Renormalisierung"?
Sie meinen wohl Renormierung?
@Christian Duerig - FWT und anderes
Zum FWT hatten wir uns bei einer anderen Diskussion schon mal
ausgetauscht. Ich habe mir damals auch die Publikation von Conway und
Cochen besorgt, kann aber dort ehrlich gesagt keine falsifizierbare
Folgerungen erkennen. Insofern ist das eine nette Denkuebung, aber
praktisch kaum verwendbar.
Das Thema "Kollaps" ist eine veraltete Vorstellung von John
von Neumann und Niels Bohr, die einfach auf dem Fehler basiert, dass man
das Quantensystem als Quantensystem und die Messaparatur als klassisch
annimmt. Das ist eine vereinfachende Annahme zur Modellbildung hat aber
mit der Realitaet nichts zu tun. Ich hatte dazu schon die Einleitung zu
Dissertation von Hugh Everett III empfohlen, die die methodischen
Defizite der Kopenhagener Deutung aufzeigt.
Was Sie als "neues Denken" bezeichnen ist ja gerade das
überholte Bohrsche Denken.
Brian Greene ist ein Schwaetzer. Wer meint anhand seiner
Fernsehsendungen irgendwas verstanden zu haben hat entweder genau das
Gegenteil oder luegt.
"Der Fluss der Zeit ist unumkehrbar, ...So ereignen sich bestimmte
Teilchenzerfälle häufiger in der einen Zeitrichtung als in der anderen"
Fällt nix auf ?
Mesonensuchen mit dem Lichtmikroskop
Everetts Thema kenne ich nicht zuerst von Karl S. Guthke, Der Mythos der Neuzeit. Guthke greift darin das Thema der "Mehrheit der Welten" aus der Literaturgeschichte auf. Die Psychologie kennt auch vieles davon und spricht von Multiplen Persönlichkeiten. Es gab mal Diskurstheorie, die sollte alles vermitteln.
Die bleierne Zeit der Elementarteilchen
Da Elementarteilchen nicht bis in alle Ewigkeit zerfallen, zerfallen, zerfallen, sind dem Zerfall Grenzen gesetzt. Zeit ist Raum. Auf der nicht weiter zerlegbaren Elementarebene passiert aber trotzdem etwas (Substantivierung) mit den elementarsten Teilchen, wenn sie im Beschleuniger kollidieren. Dabei fiel den Wlern (Abk.: Wissenschaftlern) auf, dass Elementarteilchen bevorzugt eine bestimmte Eigenart erhalten, die häufiger ereignet als andere Elementarteilchenzustände. Es ist sozusagen das Blei unter den Elementarteilchen. Der Mesonendzustand und neues Gedankenplateau, auf das man mit bissigen Fußnoten treten kann. - Make Pantoffel not Stiefel.
@Christian Duerig - Wellenkollaps
Die Idee des Kollabierens der Wellenfunktion ist eine der unausgegorensten Interpretationen der ganzen Quantenmechanik. Mit einem solch inkonsistenten Kram irgendwas erklaeren zu wollen, fuehrt hoechstens zu weiterer Verwirrung.
@Christian Duerig - Stringtheorie
Habe ich das falsch in Erinnerung oder gab es kuerzlich eine
CERN-Veroeffentlichung nach der man mit dem LHC Teilchenzerfaelle
registriert haben will, die nicht recht mit der Supersymmetrie vereinbar
sind. Die SuSy ist aber eines der Fundamente der Stringtheorie. Die
wankt damit noch nicht richtig, aber eine gewisse Erschuetterung ist wahrnehmbar.
Im Uebrigen turnt der Ober-PR-Guru der Superstringtheorie, Brian Greene,
neuerdings in Discovery Channel Filmchen (die mit den bunten
Computergrafiken) im Fernsehen rum und verkuendet, die neueste
Erkenntnis sei, dass die Welt ein zweidimensionales Hologramm ist.
Das ist jetzt anscheinend das neueste QM-Paradoxon: Die Welt ist
11-dimensional (Superstring) und gleichzeitig 2-dimensional. Ein
scheinbar 11-dimensionales Hologramm einer 2-dimensionalen Welt. Klasse!
Die Rumspekuliererei der theoretischen Physiker kennt keine Grenzen.
Demnaechst kommt einer und wird behaupten, dass die indische Mythologie
doch recht hatte.
MATHEMATIK
@ Thomas Mirbach
Falls Sie wirklich interessiert sind, dann versuchen Sie mit Leonard
Susskind via iTunes U in die Moderne Physik (Quantenmechanik)
einzusteigen. Eignen Sie sich die Diracnotation an und bemühen Sie
sich Susskind zu folgen. Er hat grosses Aufsehen verursacht, als er QM
für Nichtmathematiker mit Videobeiträgen zugänglich
machte. Er ist ein Mitbegründer der Stringtheorie und wartet
sehnlichst auf einen Nobelpreis in Physik. Ich drücke ihm die
Daumen, dass er nicht einen zu grossen Gedankensprung machte. Der Large
Hadron Collider könnte die ersten Resultate zur Superstringtheorie
liefern. Die Naturwissenschaftler warten angespannt.
"FLUSS DER ZEIT"
In der Quantenphysik spricht man von Phasenübergängen, von
Quantensprüngen, von Wellenkollaps etc. Es gibt
Phasenübergänge die reversibel sind. Das können Sie mit
den Feynman Diagrammen überprüfen. Was während einem
Wellenkollaps, einer Messung, eines Phasenübergangs passiert steht
ausserhalb unserer Beobachtung. Wir konstatieren nur, dass etwas
passiert ist. Voilà.
In der Makrowelt ist fast alles irreversibel. Das hängt mit der
Komplexität der Prozesse zusammen. Die Zeit ist hier gerichtet.
Dies zeigt schon jedes Uhrwerk, das nur vorwärts laufen kann. Es
ist der Mechanismus, der so gebaut wurde, dass er nur eine Richtung
zulässt. Das Rückwärtsgehen in der Zeit können Sie
nur in Ihren Gedanken tun. Haben Sie schon einmal eine Katze
rückwärts fliehend vor einem Hund gesehen. Der Begriff
Entropie half mit, diese Gedanken fest zu verankern.
Verdammt Herr Hattenbach...
...ich verstehe immer noch nur "Bahnhof"! Und bin frustriert, dass ich als nicht-Naturwissenschaftler nur erahnen kann, warum z.B. die Bestätigung des Higgs Boson dieses Jahr so eminent wichtig war. Ich schaue mir gerne die Fernsehprogramme von Brian Cox und Martin Rees (What We Still Don't Know) im englischen Fernsehen an, die auf uns Dummies zugeschnitten sind. Dennoch verschließt sich mir eine ganze Welt, die ich gerne nachvollziehen würde!
Der Begriff "Gottesteilchen" wurde eher durch die Medien eingeführt, ...
...ähnlich wie der vereinfachende Begriff "Weltformel"
für die GUT.
Ich glaube übrigens, dass die mangelnde Investition in Bildung
weniger am Geld für den CERN liegt. Wäre der Wille vorhanden,
hätte man neben den vielen Rettungspaketen für die Banken auch
eines für die Bildung schnüren können.
was erwarten sie denn?
Soll ein "Wissen"schaftsredakteur seinen Beruf aufgeben, weil
er merkt dass es mit unserem Wissen weit weniger weit her ist, als er
hinschreiben darf, wenn er seinen Job behalten will?
Die Wissenschaft, diese Religion des 20. jahrhunderts, leitet eine
Theorie nach der anderen von sich selber ad infinitum ab. Dass da
irgendwann Widersprüche auffallen MÜSSEN sollte keinen überraschen.
Naja, jeder braucht halt ein Hobby und glücklich der, der es zum
gut bezahlten Beruf machen kann. Allerdings wäre es
wünschenswert, wenn man gewisse Kosten-Obergrenzen beachten
würde. Ein CERN, das mit solchen albernen Begriffen wie
Gottesteilchen zwecks Milliarden Beschaffung um sich wirft, sollte man
dem Steuerzahler eines Landes in dem aus Geldmangel die Bíldung
am Boden liegt, denn nicht zumuten können!
...nicht ganz
Ja, das klingt natürlich nach einem Widerspruch. Nun darf man sich
das aber nicht so vorstellen, als könnten die Physiker im Labor mal
eben so "die Zeit umdrehen". Ich versuche es mal
physikalischer: Bei der Kollision von Elektronen mit Positronen im SLAC
entstehen so genannte ϒ(4s)-Resonanzen, die zu verschränkten
B-Mesonen zerfallen. Diese können zwischen zwei T-konjugierten
Zuständen hin- und heroszillieren, wobei jeder der beiden
Zustände über einen anderen Zerfallskanal zerfällt, d.h.
andere messbare Teilchen produziert (entweder ein J/ψ + Kaon, oder
ein Lepton + ?) Was man nun gemessen hat, ist, dass die
Übergänge von zwischen diesen beiden Zuständen nicht
symmetrisch erfolgen, sondern dass ein Übergang wahrscheinlicher
ist als der andere. So wie ich das verstanden habe, hängen die
beiden Zustände nicht über Ladung und Parität miteinander
zusammen, daher schließt mach, dass sie T-asymmetrisch sind.