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Teilchenbeschleuniger Ein Drucktest lässt den LHC erzittern

04.04.2007 ·  Die Konstruktion des weltweit größten Teilchenbeschleunigers LHC hat einen Rückschlag erlitten. Bei einem Test erlitt die Anlage einen ernsten Schaden. Die Ursache ist nach neuesten Erkenntnissen der Konstrukteure Materialversagen.

Von Manfred Lindinger
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Am Europäischen Zentrum für Elementarteilchenforschung (Cern) bei Genf ist in diesen Tagen die Aufregung groß. Dort hat die Konstruktion des weltweit größten Teilchenbeschleunigers, des „Large Hadron Colliders“ (LHC), einen Schlag erlitten. Einer der insgesamt neun supraleitenden Quadrupolmagneten, die die in dem Beschleuniger gegensinnig kreisenden Protonen aufeinander lenken sollen, hat bei einem Test im LHC-Tunnel einen ernsten Schaden erlitten. Die Ursache ist nach neuesten Erkenntnissen Materialversagen.

Man wollte prüfen, wie die supraleitenden Spulen im Inneren des Vakuumrohrs des dreizehn Meter langen Magneten auf eine plötzliche Druckerhöhung von zwanzig Atmosphären reagieren. Solche Bedingungen können ohne weiteres beim routinemäßigen Betrieb des LHC im kommenden Jahr auftreten, wenn es etwa zu einer plötzlichen Erwärmung des superflüssigen Heliums kommt, das man zur Kühlung der supraleitenden Spulen im Zentrum des Magneten auf 1,9 Kelvin benötigt.

Konstrukteure nehmen die Schuld auf sich

Nach Angaben des Cern zerbrach bei dem Test durch die starken Kräfte im Inneren des Magneten eines der Trägerelemente, das die supraleitenden Spulen und die zwei Strahlrohre im Zentrum des Vakuumrohres fixiert. Dabei habe sich zwar das Vakuumrohr stark hin- und herbewegt. Die supraleitenden Spulen und die Strahlrohre hätten aber keinen Schaden genommen, heißt es aus offiziellen Kreisen. Auch habe sich zum Zeitpunkt des Tests kein Personal in der Nähe des Magneten befunden.

Inzwischen haben die Konstrukteure des Quadrupolmagneten, Ingenieure und Forscher des Fermilab bei Chicago, die Schuld für den Fehlschlag auf sich genommen. Die verwendete Halterungen seien für solche Drücke nicht ausgelegt und müssten deshalb ausgetauscht werden, heißt es am Fermilab. Nun wird geprüft, ob die betroffenen Magnete im 27 Kilometer langen LHC-Tunnel repariert werden können oder komplett ausgetauscht werden müssen. Letzteres könnte den Zeitplan für den LHC durcheinander bringen.

Quelle: F.A.Z., 05.04.2007, Nr. 81 / Seite 36
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Jahrgang 1962, Redakteur im Ressort „Natur und Wissenschaft“.

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