11.10.2005 · Nur knapp einen halben Mikrometer mißt das weltweit kleinste Torsionspendel, das Forscher vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart entwickelt haben.
Nur knapp einen halben Mikrometer mißt das weltweit kleinste Torsionspendel, das Forscher vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart entwickelt haben. Es besteht aus einem winzigen Siliziumplättchen, das sich frei um eine horizontale Achse dreht.
Letztere wird von einem etwa zwei Nanometer dicken einwandigen Nanoröhrchen gebildet. Das aus nur einer zusammengerollten Graphitschicht bestehende zylindrische Gebilde ist an beiden Enden in einen Siliziumchip eingespannt. Unterhalb sowie links und rechts vom Halbleiterplättchen befinden sich die Elektroden. Legt man Spannungspulse von wenigen Volt an, wird das Pendel aus seiner Ruhelage um maximal 180 Grad gelenkt. Dabei verdrillt sich das Nanoröhrchen, ohne Schaden zu nehmen („Science“, Bd. 309, S. 1540).
Nach Ansicht von Jannik Meyer und seinen Kollegen könnte der Winzling als schwenkbarer Spiegel dienen, der Lichtpulse schnell umlenkt. Auch ließe er sich als Sensor für Chemikalien verwenden. Substanzen, die sich an das Metallplättchen lagerten, würden die Rotorgeschwindigkeit in so charakteristischer Weise ändern, daß man auf die Art der Verbindung schließen könnte.