24.09.2008 · Die Reparatur- und Inspektionsarbeiten am neuen Large Hadron Collider des Europäischen Zentrums für Elementarteilchenforschung bei Genf werden länger als geplant dauern. Die offizielle Einweihung im Oktober muss vielleicht verschoben werden.
Der Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) am Europäischen Zentrum für Elementarteilchenforschung (Cern) kann nun doch erst im Frühjahr 2009 wieder in Betrieb genommen werden, nachdem ihn eine Panne im Kühlsystem am vergangenen Freitag lahmgelegt hatte. Das teilte das Zentrum am Dienstagabend in Genf mit. Die Behebung des Schadens sei aufwendiger als zunächst angenommen.
Der betroffene Sektor müsse erst einmal von seiner Betriebstemperatur nahe dem absoluten Nullpunkt langsam erwärmt werden, damit die Ursache der Panne genau geklärt werden könne. Das Austreten des zur Kühlung benötigten Heliums in die Beschleunigerröhre lässt eine überhitze Starkstromleitung zwischen zwei der Magneten als Störungsursache vermuten.„Dass dies unmittelbar nach dem erfolgreichen Start des LHC am 10. September geschehen ist, bedeutet ohne Zweifel einen psychologischen Rückschlag“, zitierte das Cern seinen Generaldirektor Robert Aymar.
Eine einzigartige Maschine
Der Teilchenbeschleuniger sei allerdings auch eine einzigartige Maschine und am äußersten Rand der Hochtechnologie angesiedelt. Cern könne bei der Lösung des Problems auf internationale Hilfe, etwa vom deutschen Forschungszentrum Desy, setzen.
Ungewiss ist nun, ob die für den 21. Oktober geplante offizielle Einweihung des LHC stattfinden kann. Dazu wurde auch Bundeskanzlerin und Physikerin Angela Merkel eingeladen. Deutschland ist der größte Finanzier des Cern, dem zwanzig Mitgliedstaaten angehören.