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Elementarteilchenphysik Europas größte Baustelle für das weltgrößte Experiment

18.10.2005 ·  Der Bau des weltweit größten Teilchenbeschleunigers, des Large Hadron Coliders schreitet am europäischen Zentrum für Elementarteilchenforschung in Genf zügig voran.

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Der Bau des weltweit größten Teilchenbeschleunigers, des Large Hadron Coliders (LHC), und der vier zugehörigen Detektoren schreitet am europäischen Zentrum für Elementarteilchenforschung, Cern, zügig voran. Schließlich sollen von 2007 an in dem 27 Kilometer langen Speicherring bei Genf Protonen auf gegenläufige Kreisbahnen geschickt und an vier Stellen des LHC-Rings aufeinandergeschossen werden, wo jeweils ein Nachweisgerät steht.

Die riesigen Detektoren - jeder ist größer als ein Einfamilienhaus - sollen die Eigenschaften der unzähligen Sekundärteilchen präzise vermessen, die bei der Kollision der Wasserstoffkerne entstehen. In den oberirdischen Montagehallen und den unterirdischen Kavernen für die Nachweisgeräte geht es zu wie auf einer Werft. Es wird geschweißt, geschraubt, gebohrt oder gehämmert, und Tonnen von Aluminium und Stahl werden bewegt. Mit Kränen werden die Bauteile nach unten durch zwanzig Meter breite Schächte befördert und dort montiert.

Hinweise auf das Higgs-Teilchen?

In der unterirdischen Halle soll der Detektor „Atlas“ installiert werden. Mit einer Länge von 46 Metern und einer Höhe von 25 Metern ist er das größte der vier Nachweisgeräte. Sein wesentlicher Bestandteil ist ein zylinderfömiges Kalorimeter, das von acht 25 Meter langen supraleitenden Spulen umgeben ist. Sechs Spulen sind auf der Aufnahme zu sehen. Mit dem Kalorimeter sollen die Energien geladener und ungeladener Trümmerteilchen möglichst rasch und präzise vermessen werden.

Möglicherweise liefern die Sekundärteilchen Hinweise auf die Existenz des sogenannten Higgs-Teilchens. Dieses Teilchen verleiht nach dem Standardmodell den Elementarteilchen eine Masse. Die Wissenschaftler erwarten von den Experimenten auch Antworten darauf, warum die Materie aus sechs Quarks und sechs Leptonen, zu denen das Elektron zählt, aufgebaut ist und warum es im Universum mehr Materie als Antimaterie gibt. Ein großes Ziel ist eine neue Theorie, in der die vier Naturkräfte vereinheitlicht sind. In den vergangenen Wochen ist die letzte der acht supraleitenden Spulen installiert worden. Als nächstes soll das vier Tonnen schwere Kalorimeter eingebaut werden. Zum Schluß wird "Atlas" an die Strahlrohre des Large Hadron Colliders gekoppelt.

Quelle: mli / F.A.Z., 19.10.2005, Nr. 0 / Seite N1
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