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Die Suche nach Rohstoffen Wir haben’s doch

Die nationale Rohstoffstrategie zeigt Wirkung: Die Bodenschätze, die von Freiberger Materialforschern mittlerweile gehoben werden, sollen teilweise „von Weltrang“ sein. Gleichzeitig wird nach neuen effizienten Wegen gesucht, metallische Rohstoffe wiederzugewinnen.

© Jürgen Jeibmann HIF Vergrößern Quelle wertvoller Metalle: Kristallaggregat von Kupferkies, Bleiglanz, Zinkblende und Kalkspat

Metalle wie Tantal, Indium oder Neodym sind wichtige Ressourcen für die industrielle Gesellschaft heutigen Zuschnitts. Denn diese Elemente bilden die Basis gängiger Hightech-Produkte wie Mobiltelefone und Flachbildschirme, aber auch von Energiesparlampen, Windkraftanlagen oder Photovoltaikmodulen. Mit der fortschreitenden technischen Entwicklung - auch in den Schwellen- und Entwicklungsländern - öffnet sich jedoch eine Schere zwischen Bedarf und Verfügbarkeit dieser Rohstoffe. Einige Fachleute warnen bereits davor, dass manche Metalle in Zukunft knapp werden könnten. In Europa gibt es nur noch wenige Lagerstätten für diese Metalle, die wichtigsten Vorkommen liegen in Lateinamerika, Asien und Afrika. China, das mit etwa 90 Prozent die Weltproduktion an seltenen Erden wie Neodym - einem Metall für Starkmagnete - dominiert, hat die Ausfuhr in den vergangenen Jahren kräftig gedrosselt. Die Ressourcenfrage wird für alle Länder dringlicher, und längst ist ein globaler Wettlauf um die begehrten Metalle in Gang.

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Ambitionierte Ziele in Freiberg

Damit Deutschland bei diesem Rennen nicht völlig ins Hintertreffen gerät, hat die Bundesregierung im Oktober 2010 eine nationale Rohstoffstrategie ins Leben gerufen und ein Jahr später das Helmholtz-Institut Freiberg (HIF) für Ressourcentechnologie gegründet. Die zum Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) gehörige und eng mit der Bergakademie Freiberg kooperierende Einrichtung hat die Aufgabe, neue Technologien zur effizienten Nutzung von Ressourcen zu entwickeln. Dazu gehören etwa material- und energieeffiziente Verfahren zur Aufbereitung von Metallen. Außerdem suchen die Wissenschaftler nach Wegen, um Metalle aus Elektronikprodukten wiederzugewinnen. Ein weiterer Fokus liegt auf Rohstoffen aus heimischen Lagerstätten. Nun hat das Helmholtz-Institut im sächsischen Freiberg eine erste Bilanz seiner Aktivitäten vorgelegt.

Wertvolle DDR-Relikte

Rund um Freiberg, dem Sitz der ältesten Montanuniversität der Welt, haben die Wissenschaftler ein ergiebiges Betätigungsfeld gefunden. Denn im Erzgebirge wurde über Jahrhunderte hinweg Bergbau betrieben. Was nach dem damaligen Stand der Technik nicht verwertbar war und als wirtschaftlich uninteressant galt, wurde in Halden gelagert. Unter heutigen Gesichtspunkten sind diese Hinterlassenschaften durchaus interessante Quellen für Metalle wie Lithium, Zinn oder Indium. Deshalb untersuchen die Freiberger Forscher unter anderem Spülhalden in Altenberg, wo zu DDR-Zeiten Zinn gewonnen wurde. Die Reste aus der Aufbereitung des Erzes wurden in Spülteichen gelagert, die zum Teil mehrere Fußballfelder groß sind. „Bis zu fünfzig Prozent des Zinns stecken noch in diesen mittlerweile eingetrockneten Halden“, sagt Jens Gutzmer, Direktor des Helmholtz-Instituts für Ressourcentechnologie. Ähnlich verhält es sich in Freiberg, wo in den Spülteichen erhebliche Mengen an Zink, Blei, Germanium und Indium vermutet werden.

HIF-Direktor Jens Gutzmer © TU Bergakademie Freiberg, Detlev Müller Vergrößern TU Bergakademie Freiberg/ Detlev Müller, HIF-Direktor Jens Gutzmer

Die Sanierung ist mit inbegriffen

Mit Erkundungsbohrungen wollen die Forscher des Helmholtz-Instituts und der Bergakademie Freiberg nun untersuchen, wie die Metalle vorliegen, in welchen Konzentrationen und wie ihre Verteilung innerhalb der Halden ist. Anschließend soll ein technisches Konzept für die wirtschaftliche Gewinnung entwickelt werden. Dabei haben Gutzmer und seine Kollegen auch die Umweltaspekte im Blick. Denn viele der alten Spülteiche haben keine geeignete Abdichtung nach unten, das Regenwasser sickert einfach durch und schwemmt Schadstoffe in den Untergrund. „Wenn das aufgehaldete Material wieder aufgenommen wird, um die wertvollen Metalle zu entziehen, kann man die Standorte gleichzeitig ökologisch sanieren“, erklärt Gutzmer.

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