09.03.2012 · Higgs-Teilchen, wo bist Du? Jetzt haben auch die Forscher des Fermilab Hinweise auf die Existenz des langgesuchten Bausteins der Materie gefunden. Für eine zweifelsfreie Entdeckung reichen die Daten jedoch nicht aus.
Von Manfred LindingerRichtlinien für Lesermeinungen
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Wenn die Grundlagenforschung nur Probleme löst, die es ohne sie gar nicht gäbe, wird sie von unseren Enkelkindern wahrscheinlich als Alchemie des 21. Jahrhunderts abgetan werden und wir, die Steuerzahler als reiche, liebenswürdige Trottel beschmunzelt.
Gravitation: Gravitationswellen harren noch des direkten Nachweises!
Gravitation: Gravitationswellen harren noch des direkten Nachweises.
Die Relativitätstheorie geht davon aus, daß sich die
Kraftwirkung nicht schneller als Licht ausbreiten kann. Nach Einsteins
Theorie ist die Ursache der Gravitation eine Krümmung der Raumzeit.
Die Gravitation ist eine der vier Grundkräfte, die die
Wechselwirkungen von Materie bestimmen;
Die Zeit wird kommen
Dass man sie noch nicht gefunden hat ist kein Beweis dafür dass es sie nicht gibt. Es ist wie bei den Exoplaneten bei denen die Logik sagte es muss sie geben aber erst vor kurzem wurden sie durch verfeinerte Messmethoden nachgewiesen. Genauso wird es mit dem Leben sein. Unser Sonnensystem ist repräsentativ und kein Sonderfall. Gravitationswellen wird man auch bald nachweisen. Es fehlt dazu nur noch ein spektakuläres kosmisches Ereignis das man in Zusammenhang setzen kann.
Ja und?
Es gibt einfachere Dinge, als Gravitationswellen nachzuweisen ... aber die Kollegen sind dabei, keine Angst.
Etliche werden sich jetzt wieder fragen, was für einen Nutzen die
Unmengen an Forschungskosten in diesem Bereich für uns haben. Die
selbe Frage hat man sich vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten über
andere Technik- und Forschungsprojekte auch gestellt. Hätte man die
Forschung aufgrund des momentan fehlenden Nutzens verhindert, gäbe
es heute weder das Internet noch sonstige moderne Technik, die für
uns mittlerweile zum alltäglichen Leben genau dazugehört wie
der rechte Arm am Rumpf.
Der Nutzen daraus wird sich langfristig ergeben. Und eins kann ich jetzt
schon sagen: Die Milliarden, die über Jahrzehnte in diese Projekte
gesteckt werden, werden uns langfristig weitaus mehr bringen als die
Milliarden, die tagtäglich in Problemländer wie Griechenland
sinnlos verbrannt werden!
Richtig
1.)
Ich bin sicher, der ersten Menschen die Pferde aufzogen, wurden
ausgelacht:
Was soll man den mit Pferden? Sie geben nicht einmal Milch.
Was dachten sich die ersten Menschen, die weiches Eisen immer wieder
glühten und dann ins Wasser warfen, bis sie das Härten entdeckten.
Viel Nutzen wird erst später entdeckt
2.)
Meiner Erfahrung nach beschweren sich gerade viele Philosophen
darüber, warum dafür so viel Geld ausgegeben hat. Doch es
waren die Philosophen, die damals den Kern des Seins kennen wollten.
Forschen, weil man es kann. Gibt die Möglichkeit es zu können
nicht die Pflicht, es zu tun?
Wenn nicht, könnte man weltweit die Soziologie und
Philosophie-Fakultäten schließen.
3.)
Ich bin zwar kein Wissenschaftler, aber rein theoretisch: Wenn es
Teilchen gibt, die sich von der Gravitation ablenken lassen und solche,
die es nicht tun, könnte man vielleicht in Zukunft bessere
Instruemente zur Entdeckung anderer Planeten, Galaxien etc. aufbauen.
Vielleicht ist es ja möglich.
Nach dem durchlesen des Artikels stellte sich mir eine zentrale Frage
auf die Vielleicht einer der Leser eine Antwort findet:
Welche Erfolge und in die Realität umsetzbare Ergebnisse bringt der
Nachweis des Higgs-Teilchens mit sich?
Seit 50 Jahren werden Milliardenvermögen in den Nachweis einer
Theorie investiert, welche keine praxisorientierte Anwendung
ermöglicht. Der enorme Energieaufwand und die damit verbundene
Umweltverschmutzung sind jedoch praktische Folgen der modernen Physik.
Der Nachweis des Standardmodells um das Gesamtbild des Weltalls zu
erklären, können nicht im ernst die Motivation sein.
Gerne verfolge ich Reportagen über die erfolgreiche
rechnergestützte Simulation des Urknalls und der Verteilung der
schwarzen Materie, doch so langsam bildet sich bei mir der Zweifel nach
dem Sinn und dem Einfluss des Faktors Mensch, sowohl auf die Simulation
wie auch auf die Umsetzung der Erkenntnisse.
In freudiger Erwartung Eurer Antworten.
Es ist Grundlagenforschung und das sollte als Erklärung genügen
Der germanische Schmied hat sein Eisenschwert solange geschmiedet und behandel dass hochfester, flexibler Stahl daraus wurde und tausend Jahre später wissen wir warum, weil es die Grundlagenforschung gibt. Newton, Mendel, Darwin, Wallace, Maxwell, Hertz. All diese waren Grundlagenforscher. Zu ihren Lebzeiten erkannten sie nicht die Bedeutung ihrer Erkenntnisse aber die Generationen danach setzte sie in Produkte um. Wer am Sinn der Grundlagenforschung zweifelt, hat eigentlich nichts verstanden.
Re:
Der LHC und auch der Beschleuniger am Fermilab wurden nicht gebaut um
"ein" einzelnes Teilchen nachzuweisen! Ganz im Gegenteil,
eigentlich versucht man in der Wissenschaft eher seine Theorien zu
widerlegen... Bisherige Beschleuniger haben sehr Erfolgreich dazu
beigetragen das Standardmodell der Physik (eigentlich nichts anderes als
die Quantentheorie) aufzubauen. Jetzt aber mal zum Nutzen: Ohne die
Ergebnisse aus den Beschleunigern der Vergangenheit, wären wir mit
unserer Computertechnik schon längst am Ende. Materialforschung,
Beschichtungen, Nanotechnologie, etc, etc .... Vieles davon wäre
heute eher Utopie oder befände sich zumindest auf einem deutlich
niedrigerem Niveau.
Und ja, auch philosophische Fragen werden aufgeworfen, wie z.B. woher
kommen wir, wie kann es uns überhaupt geben (Stichwort
Symmetriebrechung) usw.. Es ist selten vorhersehbar, welchen Nutzen
Forschung haben wird, Fakt ist aber, daß wirtschaftlicher Erfolg
mit den Ausgaben für Forschung zusammenhängt.
Wozu das ganze? - Gute Frage
"Was bringt der Nachweis?" war ehrlich gesagt auch meine
größte Frage beim Lesen des Artikels. Als dann klar wurde,
dass es "nur" den Nachweis für eine schon als ohnehin
richtig angenommenes Modell bringt war ich ein bisschen enttäuscht.
Aber genau so funktioniert Wissenschaft nunmal, und wir sind seit jeher
bestens damit gefahren...
Ich denke die Menschheitsgeschichte ist voll von Forschungsergebnissen
und Entdeckungen, die die Öffentlichkeit zunächst als nutzlos
empfunden hat, die sich dann aber Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte
später als Grundlage für beeindruckende Erfindungen erwiesen haben.