23.02.2005 · Bei der Suche nach den Spuren der Schwerkraft bauen die Forscher jetzt auf die Unterstützung von Heimcomputern. Das Prinzip ist von Seti@Home, der Suche nach außerirdischer Intelligenz, bereits bekannt.
Bei der Suche nach den Spuren der Schwerkraft bauen die Forscher jetzt auf die Unterstützung von Heimcomputern.
Die Rechner sollen Daten analysieren, die vom amerikanischen Laserinterferometer "Ligo" und vom deutsch-britischen Gravitationswellendetektor "Geo600" bei Hannover gesammelt werden und möglicherweise von rotierenden Neutronensternen oder Doppelsternsystemen stammen. Diese Objekte sollen der Allgemeinen Relativitätstheorie zufolge den Raum und die Zeit in charakteristischer Weise verzerren, wodurch Gravitationswellen entstehen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten.
Die Schwierigkeit besteht darin, von den vielen erfaßten Signalen - die meisten stammen von Erschütterungen des Erdreichs - jene herauszufiltern, die eindeutig von Gravitationswellen stammen. Weil dazu gewaltige Computerkapazitäten erforderlich sind, setzten die Wissenschaftler von Ligo und Geo600 nun auf die Mithilfe der Bevölkerung.
Teilnehmen kann jeder, sofern er sich unter der Internetadresse http://einstein.phys.uwm.edu angemeldet sowie die erforderliche Software heruntergeladen hat. Immer wenn der Computer nicht genutzt wird, erhält er Daten von einem zentralen Server und durchsucht sie nach Anzeichen von Gravitationswellen. Bruce Allen von der University of Wisconsin in Milwaukee, der das Projekt Einstein@home entwickelt hat, rechnet mit reger Beteiligung, schließlich stieß die Idee, Heimcomputer für Forschungsvorhaben einzuspannen, bereits in der Klimaforschung oder bei der Suche nach Signalen außerirdischen Lebens auf große Resonanz.