06.05.2008 · Fünf einzellige Parasiten, sogenannte Plasmodien, sind als Erreger der Malaria bekannt. Ein typisches Merkmal dieser Einzeller ist der Generationswechsel zwischen verschiedenen Stadien der sexuellen und ungeschlechtlichen Fortpflanzung.
Oscillaria malariae nannte Charles Louis Alphonse Laveran ursprünglich den von ihm entdeckten Erreger der Malaria. Der französische Militärarzt hatte im Jahr 1880 nur einen Parasiten als Ursache für das Wechselfieber vermutet. Heute sind jedoch mehrere verwandte Spezies bekannt, die den Menschen infizieren und das Tropenfieber auslösen, vor allem: Plasmodium vivax, P. malariae, P. falciparum und P. ovale.
Eine fünfte Plasmodium-Art, P. knowlesi, galt lange Zeit lediglich als Parasit von Javaneraffen (Macaca fascicularis), doch aus manchen Regionen wie Malaysia ist inzwischen bekannt, dass sich auch Menschen damit infizieren können. Für Experimente im Tiermodell nutzen Forscher meist Plasmodium berghei, um Nager zu infizieren.
Plasmodien sind einzellige Parasiten, die sich durch ein besonderes Organell in ihrem Inneren, den sogenannten Apicoplasten, auszeichnen und zum Stamm der Apicomplexa beziehungsweise Sporozoen zählen. Typisches Merkmal der weit über 100 Arten ist ihr Generationswechsel zwischen verschiedenen Stadien der sexuellen und ungeschlechtlichen Fortpflanzung. Asexuelle Stadien in Form von Merozoiten produzieren innerhalb von 48 Stunden bis zu 20 Nachkommen, bei P. malariae dauert diese Vermehrung 72 Stunden. Der Erreger kann über Jahrzehnte symptomlos im Körper verweilen. P. vivax und P. ovale sind in der Lage, mit sogenannten Hypnozoiten in der Leber Monate zu überdauern.
Die erste DNA-Sequenz von Plasmodium falciparum veröffentlichte eine Gruppe internationaler Forscher am 3. Oktober 2002 in Nature: Das Genom im Zellkern enthält knapp 23 Millionen Basenpaare, verteilt auf 14 Chromosomen, und umfasst rund 5300 Gene. Einen Großteil seiner Erbinformationen nutzt der Parasit für den Austausch mit seinen zwei Wirten (vor allem Mücke und Mensch), um deren Immunabwehr zu umgehen. Er kann sich diesen Luxus leisten, weil er im Vergleich zu freilebenden Einzellern auf einige Enzyme verzichtet. Mit Hilfe des Genoms sollen weitere Angriffsziele für Medikamente und Impfstoffe gefunden werden, die den Erreger in den unterschiedlichen Stadien seines komplexen Lebenszyklus lähmen können.