Die Geschichte der ersten Vögel kann wieder einmal um ein Kapitel erweitert werden. Und wieder ist es ein Fund aus China, der das den Paläontologen ermöglicht. Dort hat man schon in der Vergangenheit mehrere skurrile Kreaturen entdeckt, die als Beleg dafür dienen, dass die Vögel aus Dinosauriern hervorgegangen sind. Ein Beispiel ist Sinosauropteryx, ein eher kleiner, flugunfähiger Dinosaurier mit einem Kleid aus daunenartigen Federn. Die Federn dürften der Wärmeisolierung gedient haben.
Eindeutig schon zu den Vögeln gehört indessen ein anderes Fossil aus China, der „Konfuzius-Vogel“ Confuciusornis. Dieser lebte vor 110 bis 125 Millionen Jahren, ist also deutlich jünger als der berühmte Urvogel Archaeopteryx aus den rund 150 Millionen Jahre alten Plattenkalken von Solnhofen.
Taubengroßer Flugsaurier
Der Fund, den Forscher um Fucheng Zhang aus Peking in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Nature“ (Bd. 455, S. 1105) vorstellen, beleuchtet eine noch frühere Epoche in der Entwicklungsgeschichte der Vögel. Das Fossil, das in der Inneren Mongolei geborgen wurde, weist ein Alter von 152 bis 168 Millionen Jahren auf. Es handelt sich um das Skelett eines Dinosauriers, der nur etwa so groß wie eine Taube gewesen sein dürfte. Die Forscher haben ihm den Namen Epidexipteryx hui gegeben.
Das offenbar noch nicht ganz ausgewachsene Tier hat vermutlich ungefähr 160 Gramm gewogen. Sein Körper war in ein Federkleid gehüllt. Fliegen konnte Epidexipteryx aber nicht, schon allein deshalb, weil es keine Konturfedern an den Armen hatte. Das auffälligste Merkmal sind vier lange Schmuckfedern am Schwanz. Derartige Anhängsel spielen bei heutigen Vögeln eine wichtige Rolle bei der Partnerwahl. Die chinesischen Forscher nehmen an, dass die Schmuckfedern von Epidexipteryx diese Funktion auch schon erfüllten.
Nur ein Scherz
martin mueller (martinmueller33)
- 22.10.2008, 22:09 Uhr