08.01.2013 · Bei der Organvergabe liegt in Deutschland einiges im Argen. Das ganze System lädt zum Schummeln ein. Schnöde Bestechlichkeit ist nur eines der möglichen Motive.
Von Volker StollorzRichtlinien für Lesermeinungen
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Ich habe mal gehört das die Erde unter Überbevölkerung leidet. Ich habe auch davon gehört das die wenigsten Menschen mit fremden Organen noch wirklich lange weiter leben. Was ich sicher weiß das der Mensch nicht vernünftig mit diesen Dingen umgehen kann. es werden Strassenkinder überfallen um dann frisch operieret wieder genau dort abgesetzt zu werden. Und jetzt die nächsten leiden zu lassen nur damit Hans und Franz noch länger das Gesundheitssystem belasten und nicht arbeitsfähig durch die Welt zu geistern halte ich für absolut unrichtig. Wir haben hungernde Kinder in Deutschland, Alte die sich wochenlang von Kartoffeln und Zwiebeln ernähren müssen. Die Organspende ist ein luxusproblem der westlichen Welt und vollkommen überdimensioniert. Wir sollten lieber dafür sorgen, dass es wieder einen natürlichen Umgang mit dem Tod gibt. Das sterben beginnt mit der Geburt!
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.01.2013 18:23 UhrAuch Sie hängen an Ihrem Leben!
"Luxusproblem der westlichen Welt"
Es kann nicht jeder Mensch auf Erden nach westlichem Standard leben. Das
funktioniert nicht und es zu versuchen wird immer scheitern. Sie
können ja voran gehen und Ihr Hab und Gut spenden.
Leider inhaltlich falsch
Folgendes:
"Ich habe auch davon gehört das die wenigsten Menschen mit
fremden Organen noch wirklich lange weiter leben."
Das hängt ganz vom Organ ab, bei der Niere leben nach 10 Jahren
noch ca 70% der Transplantierten, bei Lebendtransplantationen sogar 90%.
Bei Herzen und oder Lungen sieht das ganze schon viel schlechter aus.
"Die Organspende ist ein luxusproblem der westlichen Welt und
vollkommen überdimensioniert."
Es wird auch in Pakistan, China, Indien und Südamerika
transplantiert. Fakt ist: Es wird überall auf der Welt
transplantiert. Leider nicht überall auf einem so hohen Standard
wie zB in England.
Würde man die Gentechnik nicht als Teufelszeug verurteilen,
wäre/ist es bestimmt möglich, in kurzer Zeit Organe in Tieren
zu züchten.
Und die Kirche hält jetzt mal den Mund!
Jedes mangelsystem macht irgendwann erfinderisch, das wissen besonders DDR-Bürger. Wo Schlangen stehen, helfen manchmal nur noch Beziehungen und der Handel "unterm Ladentisch". Der beste Schutz wäre ein Überangebot an Organen. Dann würde aber die Zeit zum Mangelfaktor, und man müsste mehr bezahlen, weil man nur einen Patienten zur Zeit auf den OP-Tisch legen kann und der Operateur auch mal an sich denken muss ( z.B. um zu schlafen). Es hilft nichts, die Zukunft liegt in den Stammzellen, dorthin sollte man seine Aufmerksamkeit und Energien lenken; Transplantationsmedizin ist in ethischer Honsicht fragwürdig, medizinisch ein primitives Prinzip, sie schafft Misstrauen und obige Phänomene. Vielleicht sollt man auch wieder lernen, den Tod zu akzeptieren. Er wird aus unserer Wahrnehmung systematisch verbannt. Keinem ist klar, dass das Hähnchen aus der Tiefkühltruhe kein Produkt ist, sondern ein Lebewesen war, das für uns geopfert wurde. Auch die menschliche Leber ist kein Produkt.
Der Hirntod ist kein echter Tod, lediglich ein juristisch-medizinisches Konstrukt.
Das sollte man immer im Hinterkopf behalten. Auch das unterschiedliche
Länder unterschieldiche "Hirntodkonzepte haben". Tote
Menschen können eben keine Organe mehr spenden, die Organe von
gestorben Menschen sind für jedwede Spende ungeeignet.
Jeder gutherzige Oranspender sollte darüber genau nachdenken, bevor
er sein eigenes Leben riskiert. Es gab im letzen Jahr wahrhaft genug
Publikationen die angesprochen haben, das Patienten mit Spendeausweis
auf der Intensiv recht schnell als Ersatzteillager eingestuft werden,
anstatt wirklich alles zu geben und ihn zu retten. Zum Teil stehen die
Angehörigen dann noch auf dem Flur und hoffen, während schon
die Entnahme medikamentös vorbereitet wird, statt zu heilen.
Immerhin gibt es auch Fälle in denen Hirntote Jahre nach der
Diagnose Schwangerschaften ausgetragen haben und ähnliches.
Wäre das Gehirn wirklich komplett tot, sollte sowas völlig
unmöglich sein, da die Körperfunktionen, Feebacks usw. alle
zusammenbrechen würden und der Patient stürbe.
Betrüger sind keine Schummler oder Mogler
sondern Gauner, Schwindler, Schufte, Schurken, Schieber, Falschspieler,
Bauernfänger, Beutelschneider, Blender, Rattenfänger,
Lügner, Helfeshelfer, Hintermänner, Schwarzhändler,
Hehler, Schlepper, Konjunkturritter …
Die Headline ist ein Volltreffer. „Eine Frage des
Überlebens“ gilt für die sog. Hirntoten, gern als
Spender etikettiert. Es gilt für Patienten, die vergeblich auf ein
Organ gewartet hatten und warten und es gilt für die
tatsächlichen Empfänger; und seien sie lediglich zum
Transplantationstraining (Mortalitätsraten) missbraucht.
Nützliche Idioten für die „herausragende
Erfolgsbilanz“ der Chirurgen und der Transplantationszentren,
für Fach-Veröffentlichungen, Hochglanzbroschüren sowie
Bonus-, Umsatz- und Ertragszahlen. Möglicherweise auch
Falschabrechnungen mit den KVen für nicht durchgeführte
Therapiemaßnahmen (Dialysen).
Der in Frage stehende Unterschied: Die einen sterben den leiblichen Tod,
die anderen haben nur die egomanische Sorge, ggf. den sozialen Tod zu sterben.
Keine Whistleblower, seltene klare Statements à la Opelz, dafür Omertà und wenig Aufklärung
Zuerst die liebe Ärzteschaft: Es ist äußerst
unglaubwürdig wenn die Branche so wenig Durchschlagskraft in der
Aufdeckung eines Systems zeigt: Herr Opelz ist ein ziemlich einsamer
Rufer, der Artikel bisher die Ausnahme.
Meiner beruflichen Erfahrung nach kennt JEDE Branche ihre
unseriösen Praktiken, jeder Marktteilnehmer beäugt
Konkurrenten aufs Genaueste ob ihrer kommerziellen oder sonstigen
Erfolge.
2. Der liebe Rest: Die Schlußfolgerungen liegen auf der Hand. mE
haben Politik, Medien bisher wenig mehr als volksberuhigende
Routinearbeit geleistet. Die Justiz recherchiert hierüber
hoffentlich besser.
Ich erwarte, dass alle, die diesen staatlich geförderten
Kanibalismus unterstützen, sich öffendlich auch für den
Verzehr von Menschenfleisch in Hungergebieten aussprechen!
Dann würde ich u.U. meine ablehnende Haltung noch einmal überdenken.
Sind Sie selber konsequent?
Wer ist inkonsequent? Wer bereit ist, als Sterbender seine Organe
jemandem zu spenden, der damit weiterleben kann und so mit seinem
Organspendeausweis "diesen geförderten Kannibalismus unterstützt"?
Oder diejenigen, die zunächst nicht bereit sind, ihre eigenen
Organe zu spenden, aber ihre Haltung "überdenken", sobald
sie vor der Wahl stehen, selbst zu sterben oder ein fremdes Organ
transplantiert zu bekommen.
Bleiben Sie meinetwegen ruhig bei Ihrer Ablehnung, ich werde Ihnen das
nie vorwerfen. Aber seien Sie selbst dann bitte auch so konsequent,
Ihren eigenen Tod oder den eines Nahestehenden in Kauf zu nehmen, wenn
nur noch eine Transplantation helfen würde.
Wenn Geld über Moral und Ethik siegt
kommt unsere aktuelle Situation dabei raus. Im Gesundheitswesen, der
Politik, dem Immobilienwesen usw.
Es scheint mir, niemand muss sich mehr verantworten. Wowereit und
Gespann fahren ein ganzes Großprojekt an die
Litfaßsäule und werden gelobt, Ärzte brechen nicht nur
den hippokratischen Eid sondern begehen Verbrechen an der Menschheit und
kommen meist ungeschoren davon, Kultur wird einfach plattgerollt
für ausländische Investoren usw.
Verstaatlichung war mal ein gutes Mittel, um geldgerigen Vollidioten
ihre Grenzen aufzuzeigen aber selbst der Staat verkauft sich
mittlerweile selbst für Bares. Ich hab echt langsam keinen Bock
mehr auf dieses System und auf die parlamentarische Demokratie pfeife
ich auch langsam - funktioniert eh nicht mehr.
Überleben ist nicht alles. Oder doch?
Neben der zutiefst verabscheuungswürdigen und mit allen Mitteln zu
unterbindenden Geschäftemacherei mit Organen stellt sich noch eine
ganz andere Frage.
Wozu ist der Mensch im Angesicht des eigenen Todes bereit? Denn es ist
angesichts der Inanspruchnahme von Lebendspenden aus der "Dritten
Welt" kaum anzunehmen, daß das Problem einzig bei den
Medizinern liegt. Menschen sind durchaus bereit, alle
ethisch-moralischen Bedenken über Bord zu werfen, wenn es an das
eigene Leben geht.
Für diejenigen, die Geld genug haben, spielt die Frage einer
Organspende keine große Rolle. Die beschaffen sich das passende
Organ schon irgendwie, wenn sie es wollen. Und für die, die das
notwendige Kleingeld nicht besitzen, spielt die Frage der Organspende
auch keine Rolle. Für die gibt es nur die ansonsten unverwertbaren Reste.
Aber der ethisch-moralische Aspekt ist für alle gleich. Wie lebt es
sich mit einem Organ, welches nur durch fragwürdige Umstände
den Besitzer gewechselt hat?
Ethisch-moralischer Aspekt?
Jeder hängt an seinem eigenen Leben- auch Sie!
Ich will mich hier nicht zum Für und Wider der Organspende
äußern und auch nicht zu all‘ diesen Skandalen.
Soviel aber doch:
Jeder Organspender bringt einen »Umsatz« von geschätzt
mindestens einer Million Euro, wovon dessen Angehörige jedoch nicht
einen einzigen Cent sehen, weil man keine Kommerzialisierung dulden
will.
Die aber gibt es längst, sonst wären die
Transplantationszentren nicht so versessen darauf, die Anzahl
»ihrer Fälle« möglichst stark zu erhöhen.
Dass »man« den Angehörigen aber nicht wenigstens die
Kosten für ein anständiges (!) Begräbnis des Spenders
bezahlt, ist mehr als schäbig: Das ist eine wahre Schande.
Ihre Einwände sind durchaus nachvollziehbar. Ich möchte da nichts wegdiskutieren, es ist ein offensichtliches Problem, dass DRG(also Fallpauschalen)+Bildung von Kompetenzzentren+die Aushandlung Pauschalbeträge, die Allgemeinmediziner pro Quartal erwirtschaften dürfen zu einem großen Mißstand in unserem Gesundheitssystem geführt haben. Hier wird die Hinwendung zum Patienten vorausgesetzt, aber die Kommerzialisierung verdrängt diese zunehmend. Sie, wir, als Patient können auch was dagegen tun: Politisch aktiv werden. Bezüglich ihres Kommentares finde ich die Argumentation zu emotional: Ein Lazarussyndrom ist keine gezielte Abwehr, das sollte man streng differenzieren. Es vernachlässigt auch keiner einen Patienten. Was hier zunehmend vernachlässigt wird, sind Grundsatzideale und zwar auf vielen Gebieten. Das ist unser Problem. Einseitige Diskussionen und Schuldzuweisungen bringen nichts, wir müssen unsere Gesellschaft+Miteinander selbst gestalten.
Wer Organe zu spenden bereit ist, gefährdet sich selbst - wie FAZ.net vom 18.82012 ("Hirntod") zeigt
Dort steht erschütternd eindringlich beschrieben, dass und wie
> Ärzte jene Patienten, die ihre Organe zu spenden bereit sind,
ab einem gewissen Zeitpunkt und ohne Aufklärung der
Angehörigen Patienten nur noch organzentriert, nicht aber mehr
patientenzentriert behandeln, sprich: vernachlässigen;
> Patienten ruhiggestellt werden müssen, weil sie bei der
Organentnahme ansonsten verzweifelt um sich schlagen und sich
aufrichten, um sich trotz angeblichen "Hirntodes" gegen das
Herausreissen zu wehren, denn wer "hirntot" ist, der lebt noch.
Wenn Ärzte es fertigbringen, einen künstlichen Hirntod als Tod
zu definieren, Krankenakten zu manipulieren und auf diese Weise kranken
Patienten einer anderen Klinik Spenderorgane vorzuenthalten und lebenden
Menschen Organe zu entnehmen - liegt es dann so fern, einen Patienten
früher als nötig organzentriert statt patientenzentriert zu
behandeln, um so an Transplantate zu kommen?
Nicht nur Organe, der ganze ..
Medizinsektor ist dem Virus "Geldmachen" zum Fraße vorgeworfen worden. Bahr (FDP) spielt seine Rolle als jugendlich-unbekümmerter Brandbeschleuniger. Man kann jedem nur den banalen Rat geben: Tu selber alles, um dem Arzt, der Pille, dem Krankenhaus zu entgehen. Wenn Du mal gefangen bist, wirst Du möglichst lebenslang "behandelt". Der Ethik verpflichtete Ärzte werden vom System unterdrückt.