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Okavango wird 1000. Welterbe : Afrikas paradiesische Lücke

Zwischen den Dünen der Kalahari: An seiner breitesten Stelle war das überflutete Feuchtgebiet im Juni 2011 rund 150 Kilometer breit. Bild: Nasa

Es ist eine ökologische Ikone und dennoch blieb ihm die höchste Würdigung verwehrt. Jetzt ist das Okavangodelta endlich Welterbe. Über die Zukunft des bedeutendsten afrikanischen Feuchtgebiets gibt es dennoch Zweifel.

          Der Nærøyfjord in Norwegen war längst erfasst, auch die Urwälder von Komi und die „Buchenurwälder in den Karpaten und alte Buchenwälder in Deutschland“ sind dabei - das Okavangodelta im Süden Afrikas jedoch, einer der aufregendsten und ökologisch bedeutendsten Lebensräume auf der Erde, musste Jahrzehnte darauf warten. Jetzt ist das einmalige Sumpfgebiet als 1000. Mitglied in die Liste der Welterbe der Unesco aufgenommen worden.  Damit ist auf der Sitzung des Welterbekomitees in Katar die Empfehlung der internationalen Naturschutzunion IUCN endlich akzeptiert worden.

          Die typischen Schleifen des Okavango-Flusses. Bilderstrecke
          Joachim  Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          In dem Binnendelta im Norden Botswanas sind mehr als 1300 Pflanzenarten  registriert worden. Die große Bedeutung hat das Feuchtgebiet allerdings vor allem als Refugium für viele bedrohte, große afrikanischen Säugetierarten: für Nashörner, Wildhunde, Löwen und Schimpansen. Millionen von Tiere aus dem Umland wandern speziell in der Trockenzeit in das Delta - es ist der Zeitpunkt im Jahr, wenn der Wasserstand im Delta seinen Höchststand erreicht und damit ein Maximuman Wasservorräten erreicht hat. Auch die inzwischen wieder gewaltigen Bestände an afrikanischen Elefanten wären kaum denkbar ohne die Frischwasserversorgung durch das Delta, das geologisch Teil des afrikanischen Grabens ist. Allein Botswana beherbergt mittlerweile schätzungsweise 130.000 Elefanten.

          Die alljährliche Überflutung am Ende des Okavangoflusses wird im Juni/Juli erreicht - vier Monate, nachdem die Regenfälle tausende Kilometer nördlich den Okavango haben ansteigen lassen. Während des Höchststandes sind jeweils gut 12.000 Quadratkilometer Fläche überflutet - die doppelte Fläche Katars.

          In den vergangenen Jahren hat die Regierungs Botswanas immer wieder versucht, das größte Feuchtgebiet Afrikas in die Welterbe-Liste aufnehmen zu lassen. Doch die weiter wachsende Bevölkerung, Siedlungsbau, Bewässerungsvorhaben, die Schürfpläne der Diamantenindustrie und die Pläne der Zuckerrohr- und Reisbauern haben die Zweifel des Unesco-Komitees genährt, dass der geforderte nachhaltige Naturschutz und die Entwicklung der Region unter einen Hut zu bringen sind. Zuletzt wurden allerdings zahlreiche Vereinbarungen der Regierung mit Kommunen im Delta geschlossen. Damit erscheint eine naturschonende Erschließung endlich möglich.

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