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Medizin-Nobelpreis : Eine Heilpflanze besiegt Malaria

  • Aktualisiert am

William Campbell, Satoshi Omura und Youyou Tu (von links) Bild: AFP

Der Medizin-Nobelpreis wird in diesem Jahr an William Campbell und Satoshi Omura sowie an Youyou Tu für die Erforschung von Parasiten-Krankheiten und Malaria verliehen.

          Der Medizin-Nobelpreis geht in diesem Jahr an drei Wissenschaftler für die Erforschung von Malaria, Flussblindheit und Elefantiasis. Die eine Hälfte erhält die Chinesin Youyou Tu. Die zweite Hälfte teilen sich der gebürtige Ire William C. Campbell und der Japaner Satoshi Omura. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist mit umgerechnet 850.000 Euro (8 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

          Der Lebenszyklus von Fadenwürmern, die Flussblindheit und Elephantiasis hervorrufen: Die Infektion erfolgt durch den Stich eines Insekts, in dem die Larven des Wurms einen Teil des Lebenszyklus durchmachen, der schließlich im Menschen vollendet wird. Aus dem Blut eines infizierten Menschen nehmen Mücken beim Stich wiederum Stadien des Parasiten auf. So können sich weitere Menschen durch Insektenstiche anstecken.
          Der Lebenszyklus von Fadenwürmern, die Flussblindheit und Elephantiasis hervorrufen: Die Infektion erfolgt durch den Stich eines Insekts, in dem die Larven des Wurms einen Teil des Lebenszyklus durchmachen, der schließlich im Menschen vollendet wird. Aus dem Blut eines infizierten Menschen nehmen Mücken beim Stich wiederum Stadien des Parasiten auf. So können sich weitere Menschen durch Insektenstiche anstecken. : Bild: AFP

          Gewürdigt wird damit in diesem Jahr das Gebiet der Parasitologie in besonderem Maße. Malaria, Flussblindheit und die Elephantiasis werden durch parasitäre Krankheitserreger hervorgerufen; bei der Malaria ist der Einzeller Plasmodium verantwortlich, bei den letztgenannten beiden Krankheiten sind es Fadenwürmer.

          Die chinesische Pharmakologin Youyou Tu schuf mit ihrer Arbeit sie Grundlage, die Malaria weltweit mit einer wirksamen Arznei bekämpfen zu können. Ihre Forschung ist von einer Heilpflanze der traditionellen chinesischen Medizin inspiriert: Aus Artemisia annua, dem Einjährigen Beifuß, gewann sie die Substanz Artemisinin, die gegen Malaria wirksam ist. Die Wissenschaftlerin hatte in den siebziger Jahren gezielt nach pflanzlichen Wirkstoffen gegen die schwere, fieberhaft verlaufende Tropenkrankheit gesucht. Mehr als eine halbe Million Menschen sterben jedes Jahr an Malaria, die meisten von ihnen Kinder. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekommt in Afrika noch immer nur eines von fünf kranken Kindern Medikamente gegen Malaria.

          Die chinesische Pharmakologin Youyou Tu wurde in ihrer Arbeit von einer Heilpflanze der traditionellen chinesischen Medizin inspiriert: Aus Artemisia annua, dem Einjährigen Beifuß, gewann sie die Substanz Artemisinin, die gegen Malaria wirksam ist.
          Die chinesische Pharmakologin Youyou Tu wurde in ihrer Arbeit von einer Heilpflanze der traditionellen chinesischen Medizin inspiriert: Aus Artemisia annua, dem Einjährigen Beifuß, gewann sie die Substanz Artemisinin, die gegen Malaria wirksam ist. : Bild: AFP

          Der in den Vereinigten Staaten tätige Biochemiker William C. Campbell und der japanische Chemiker und Pharmakologe Satoshi Omura haben ebenfalls ein neues Medikament entwickelt, das gegen verheerende parasitäre Infektionskrankheiten wirkt: Sie isolierten aus Kulturen des Bakteriums Streptomyces die Substanz Avermectin, deren Abkömmling Ivermectin gegen Fadenwurminfektionen wirkt. Fadenwürmer wie Onchocerca volvulus, Erreger der Flussblindheit, oder Wucheria bancrofti, Erreger der Elephantiasis, einer entstellenden Schwellung von Körperteilen, kommen wie der Malariaerreger ebenfalls vorwiegend in tropischen Regionen vor. Bei Flussblindheit sammeln sich Erregerstadien im Auge, wodurch es zu Entzündungen und schlimmstenfalls zur Erblindung kommen kann. Auch die infektiösen Stadien der Fadenwürmer werden durch Insektenstiche übertragen.

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          Quelle: FAZ.NET/huch

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