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Veröffentlicht: 05.10.2016, 11:49 Uhr

Drei Wissenschaftler geehrt Chemie-Nobelpreis für die Erforschung molekularer Maschinen

Seit vielen Jahren erforschen sie schon sogenannte Nanomaschinen. Der Nobelpreis für Chemie wird in diesem Jahr an Jean-Pierre Sauvage, Sir Fraser Stoddart und Bernard Feringa verliehen.

© Reuters Die Studenten sind sichtlich stolz auf ihren berühmten Dozenten: Jean-Pierre Sauvage hat gerade von seinem Nobelpreis für Chemie erfahren

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den Franzosen Jean-Pierre Sauvage, den gebürtigen Briten James Fraser Stoddart und den Niederländer Bernard Feringa für die Entwicklung von molekularen Maschinen. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit. „Die diesjährigen Preisträger haben extrem kleine Maschinen gebaut und sind in eine neue Dimension der Chemie vorgedrungen“, hieß es von den Juroren. „Sie haben Moleküle entwickelt, deren Bewegungen man kontrollieren
kann und die eine Aufgabe erfüllen, wenn sie die dafür nötige Energie bekommen.“

© reuters Nobelpreis für Chemie geht an drei Wissenschaftler

 "Molekulare Maschinen werden sehr wahrscheinlich für die Entwicklung von Dingen wie neuen Materialien, Sensoren und Energiespeichersystemem verwendet“, heißt es weiter in der Begründung der Nobelpreis-Jury.

Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist mit umgerechnet rund 830.000 Euro (8 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Nobelpreisträger von 1901 bis heute Nobelpreisträger von 1901 bis heute © F.A.Z. Interaktiv 

Seit 1901 wurde der Chemie-Nobelpreis an 171 verschiedene Forscher mit dem Durchschnittsalter von 58 Jahren (35 bis 85 Jahre) vergeben. Einer von ihnen, der Brite Frederick Sanger, erhielt ihn sogar zweimal. Unter den Preisträgern waren bislang vier Frauen, etwa Marie Curie 1911, die die radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckt und ihre Eigenschaften untersucht hatte.

Am Dienstag war der Physik-Nobelpreis den gebürtigen Briten David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz für die Beschreibung exotischer Materiezustände zuerkannt worden. Am Montag war der Japaner Yoshinori Ohsumi als diesjähriger Medizin-Nobelpreisträger gekürt worden. Er hatte ein lebenswichtiges Recycling-System in Körperzellen entschlüsselt.

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Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Im vergangenem Jahr erhielten Tomas Lindahl (Schweden), Paul Modrich (USA) und Aziz Sancar (USA/Türkei) diese Auszeichnung für Arbeiten zur Erbgut-Reparatur. Sie haben nach Angaben der Akademie damit fundamentale Erkenntnisse etwa für die Suche nach Krebsmedikamenten geliefert.

Infografik / Chemie-Nobelpreis © F.A.Z. Vergrößern

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