06.09.2004 · Sind die Mechanismen des Marktes geeignet, um kommende Nobelpreisträger zu prognostizieren? Die Nobelpreisbörse, ein Experiment der Universität Frankfurt, soll diese Frage beantworten. FAZ.NET-Nutzer können sich daran beteiligen.
Wie heißen die nächsten Nobelpreisträger? Die Frankfurter Goethe-Universität möchte in einem wissenschaftlichen Experiment herausfinden, ob die Mechanismen des Marktes geeignet sind, die Preisträger zuverlässig zu prognostizieren. An der virtuellen Nobelpreisbörse, die von FAZ.NET unterstützt wird, können Kandidaten vorgeschlagen und gehandelt werden. FAZ.NET-Nutzer sind aufgefordert, sich an der Spekulation um die künftigen Träger der wichtigsten Auszeichnung in der Wissenschaft zu beteiligen. Möglich ist dies auf der Webseite www.nobelpreisboerse.de.
„Wunsch ist, mindestens einen Preisträger korrekt zu prognostizieren“, nennt Christoph Kepper, Leiter der Studie am Lehrstuhl für Electronic Commerce der Frankfurter Uni, ein Ziel für das Experiment. Virtuelle Börsen eigneten sich als Vorhersageinstrument, da im Marktpreis alle im Markt zur Verfügung stehenden Informationen zusammengefaßt seien. Auf diese Weise könnten auch mögliche Kandidaten wie Aktien gehandelt werden, was auf der Nobelpreisbörse geschehen soll. Diese unterscheidet sich allerdings von bisher durchgeführten Börsen dadurch, daß die handelbaren Aktien nicht feststehen, sondern von den Teilnehmern selbst vorgeschlagen werden können.
Unseriöse Vorschläge werden herausgefiltert
Wer an der Nobelpreisbörse teilnimmt, erhält nach einer Registrierung ein virtuelles Guthaben von 10.000 Euro, womit die „Aktien“ der Kandidaten gekauft und verkauft werden können. Vorgeschlagene Aktien, also Namen von Forschern, die als künftiger Nobelpreisträger gehandelt werden sollen, müssen zunächst eine Vorverkaufsphase mit einem Startpreis von 10 Euro durchlaufen. Erreicht ein Kandidat nicht binnen einer Woche den Wert von 100.000 Euro, wird er wieder vom Markt genommen. Kepper: „Dadurch werden unseriöse Vorschlage herausgefiltert.“ Der Handel endet jeweils um 18 Uhr am Tag vor der Bekanntgabe eines Nobelpreisträgers.
Die Gewinner der Nobelpreisbörse sollen mit attraktiven Prämien belohnt werden. Als Hauptpreis soll ein Laptop ausgelobt werden. Die weiteren Prämien werden auf der Webseite der Börse noch bekanntgegeben werden.