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Neue Hinweise: Kometenstaub brachte Leben auf die Erde

17.06.2004 ·  Kam das Leben aus dem All auf die Erde? Viele Wissenschaftler glauben das. Deutsche Forscher fanden nun in Kometenstaub Enzyme, die eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von Leben sind.

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Deutsche Forscher haben neue Hinweise darauf entdeckt, daß das Leben auf der Erde mit Hilfe von Kometenstaub entstanden sein könnte. In kosmischen Teilchen fanden sie mit der amerikanischen Sonde „Stardust“ im All Moleküle, die eine von vielen Voraussetzungen für die Produktion von Erbmaterial sind.

Erstmals seien „PQQ-artige Co-Enzyme“ im Kometenstaub nachgewiesen worden, erläuterte Jochen Kissel, emeritierter Kometenfroscher vom Max-Planck-Institut für Aeronomie in Katlenburg-Lindau. Die Stoffe seien ein wichtiger Teil der Kette auf dem Weg zum Leben. Kissel: „PQQ-artige Co-Enzyme kommen in allen Lebewesen vor, außer bei den Archaebakterien.“ Bislang konnte die Wissenschaft nicht erklären, wie diese Stoffe vor der Entstehung von Lebewesen auf der Erde entstanden sein könnten.

Zutat für Genbausteine

Die neue Erklärung: Die Co-Enzyme sind wie auch viele andere Moleküle mit Kometenstaub auf die frühe Erde gelangt. Sie stellen laut Kissel aus Stickstoff- und Kohlenstoffverbindungen Genbausteine her. Er hat die Studie zusammen mit seinem Darmstädter Kollegen Franz Krueger und amerikanischen Forschern im amerikanischen Fachjournal „Science“ (Bd. 304, S. 1774) vom Freitag veröffentlicht.

Zusammen mit Wasser und anderen Faktoren könne so Leben entstanden sein, sagte Kissel. „Die PQQ-artigen Co-Enzyme selbst entstehen mit Hilfe kosmischer Strahlung aus vorhandenen Molekülen auf der Oberfläche mineralischer Teilchen.“ Für Krueger spricht nun vieles dafür, daß die chemische Evolution auf der Erde vor 3,6 Milliarden Jahren durch den Einschlag von Sternen-Staub ihren Anfang nahm. Noch heute fallen nach Angaben von Krueger jährlich rund 4000 Tonnen stellares Material auf die Erde.

Meßinstrument aus Deutschland

Die Untersuchung von Sternen-Staub wurde durch ein in Deutschland entwickeltes Massenspektrometer ermöglicht. Zuvor waren Analysen immer gescheitert, da die kleinen Partikel mit hoher Geschwindigkeit im All unterwegs sind und beim Aufprall in einen Auffangbehälter verdampfen. Mit dem Spektrometer, das in die Nasa-Sonde „Stardust“ eingesetzt wurde, können die Partikel direkt im All unter die Lupe genommen werden. Die Raumsonde startete vor fünf Jahren mit dem Auftrag, interstellaren Staub und Partikel aus dem Schweif des Kometen„Wild 2“ einzufangen. Sie wird nach einer Reise von 5,2 Milliarden Kilometern mit ihrer Ladung Anfang 2006 auf der Erde zurückerwartet.

Quelle: @FAZ.NET mit Material von dpa
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