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Naturkundemuseum Berlin Brände, Bomben und Diebstahl

14.03.2005 ·  1810 wurde aus drei großen Sammlungen ein einziges Naturkundemuseum. Im Laufe der Jahrzehnte kamen immer neue Sammlungen dazu. Ein Streifzug durch die Geschichte des Berliner Naturkundemuseums.

Von Michael Stang
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1810 war ein gutes Jahr für die Wissenschaft, wenigstens in Berlin: Dort wurde nicht nur die (später nach Humboldt benannte) Universität gegründet, sondern auch aus drei großen Sammlungen ein einziges Naturkundemuseum. 1889 zog es in sein jetziges Gebäude in der Invalidenstraße um. Das war auch dringend notwendig. Denn dort, auf dem Gelände der ehemaligen Königlichen Eisengießerei, standen der ständig wachsenden Sammlung große Archivräume zur Verfügung, die weit über eine halbe Million Exponate aufnehmen mußten.

In den folgenden Jahren bis 1910 erfuhr das Museum den größten Zuwachs: Durch die vielen Expeditionen des Kaiserreichs kam so viel zusammen, daß die Sammlung aus allen Nähten zu platzen drohte und wertvolle Versteinerungen in allen Gängen herumlagen, weil sich nirgendwo mehr Platz für sie fand. Im ersten Weltkrieg wurde deshalb ein neuer Quertrakt gebaut, um der Enge etwas abzuhelfen. Doch auch innerhalb des Gebäudes wurde permanent umstrukturiert. Der Hörsaal wurde zur Bibliothek umgebaut, ein Reptiliensaal geschaffen, die Sammlungen neu geordnet.

Durch Granaten zerstört

1934 begannen die Vorbereitungen für den Aufbau des Riesensaurier. Im heutigen Sauriersaal standen bis dahin zwei Walskelette, die dem Dinosaurier weichen mußten. Im Zweiten Weltkrieg fielen der große Hörsaal und der Reptiliensaal Luftangriffen zum Opfer. Unmittelbar vor Kriegsende wurde außerdem das Dach des Süd- und Ostflügels durch Granaten zerstört. Aber nicht nur dadurch gingen dem Museum wertvolle Ausstellungsstücke verloren. Viele gelangten in die Sowjetunion und wurden erst 1958 zurückgegeben; einige konnte nicht wiederbeschafft werden.

1982 schließlich, im Rahmen der Sanierung der Heizungsanlage, zerstörte ein weiterer Brand im dritten Obergeschoß abermals Arbeits- und Sammlungsräume. Jetzt wird wieder umgebaut. Neuerwerbungen wie die Erdingersammlung (fossile Fische aus dem Paläozoikum, Oberjura und Tertiär) oder jüngst die Santanasammlung (Pflanzen, Insekten und Fische, Unterkreide Brasilien) tragen dazu bei, daß die nächste Erweiterung der Ausstellungsfläche schon bald notwendig wird.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung,13.03.2005, Nr.10/ Seite 73
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