Elefanten können sehr tiefe Laute produzieren. Diese Geräusche haben eine Frequenz zwischen fünf und sechzig Hertz und liegen damit teilweise im Infraschallbereich; sie sind für Menschen kaum hörbar. Dass Elefanten sich auf diese Weise über Kilometer hinweg verständigen, war schon länger bekannt. Wie genau sie die Laute aber zustande bringen, erklärt erst jetzt ein Team von Wissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und den Vereinigten Staaten im Magazin „Science“ (doi: 10.1126/science. 1219712). Theoretisch hätte es zwei Möglichkeiten gegeben: Die Laute könnten durch vibrierende Muskeln entstehen, ähnlich wie bei schnurrenden Katzen. Oder aber sie könnten durch einen Luftstrom über die Stimmlippen zustande kommen, wie bei sprechenden und singenden Menschen.
Letzteres ist tatsächlich der Fall: Die Elefanten unterhalten sich, indem sie Luft über die Stimmlippen fließen lassen, paarige Strukturen, die im Kehlkopf sitzen und mit den Kehlkopfknorpeln verbunden sind. Beim Sprechen und bei der Lauterzeugung fährt Luft durch die Stimmritze zwischen den Stimmlippen. Dass auch Elefanten zur Geräuschproduktion in dieser Form befähigt sind, zeigten die Forscher um Christian Herbst vom Department für Kognitionsbiologie der Universität Wien, indem sie angewärmte Luft durch den Kehlkopf eines Afrikanischen Elefanten bliesen, der im vergangenen Herbst im Berliner Zoo auf natürliche Weise gestorben war. Mit einer Hochgeschwindigkeits-Videokamera konnten die Forscher Bewegungen der Stimmlippen dokumentieren. Auch Audioaufzeichnungen der tieffrequenten Laute gelangen. Die beobachtete Technik wird von einer großen Bandbreite von Säugetieren eingesetzt. Die Frequenz variiert dabei von durchschnittlich neun Hertz bei manchen Walen bis hin zu 110 000 Hertz bei einigen Fledermäusen. Mit durchschnittlich sechzehn Hertz, die im Verlauf des Experiments erreicht wurden, reihen sich die Elefanten jetzt am unteren Ende ein.