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Wiederbelebtes Gen Ein Hauch des Tasmanischen Tigers

20.05.2008 ·  Forscher haben zum ersten Mal eine DNA-Probe eines ausgestorbenen Tiers in einem lebenden Tier reaktiviert. Einem Mäuseembryo wurde ein genetisches Steuerungselement des um 1900 ausgerotteten Tasmanischen Tigers eingepflanzt.

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Eine Erbanlage, die von einem ausgestorbenen Tier stammt, hat eine amerikanisch-australische Forschergruppe in der Maus wieder zum Leben erweckt. Andrew Pask und andere Forscher von den Universitäten in Houston (Texas) und Melbourne (Victoria) haben ein genetisches Steuerungselement, einen Enhancer, aus Gewebeproben des Tasmanischen Tigers (Thylacinus cynocephalus) isoliert und in das Erbgut junger Mäuseembryonen übertragen.

Erbmaterial aus einem Museumspräparat

Der tasmanische Tiger, ein Beuteltier, ist um 1900 durch Überjagen ausgestorben; das letzte Tier verendete 1936 in einem Zoo. Die Forscher gewannen Erbmaterial aus in Alkohol konservierten Museumspräparaten. Das übertragene genetische Steuerungselement (Col2a1) aktivierte im Mäuseembryo Gene für die Bildung von Knorpel, berichten die Forscher in der Online-Zeitschrift „Plos One“. Um das fremde Erbmaterial lokalisieren und seine Funktionsfähigkeit erkennen zu können, haben sie das knorpelbildende zelluläre Gen mit einem bakteriellen Enzym-Gen gekoppelt. Wird der Genkomplex von dem Enhancer aktiviert, entsteht eine Farbreaktion, die sich in einem blauen Fleck im Mäuseembryo äußert. Der Enhancer des Tasmanischen Tigers ist von jenem der Maus gut zu unterscheiden, weil er in vier Genbausteinen abweicht. Er übte offensichtlich seine natürliche Funktion aus, denn mit der Reifung der Embryonen schwand seine Aktivität, und die Knorpelbildung kam naturgemäß zum Stillstand.

Forschungsziele

In früheren Versuchen anderer Forscher war es gelungen, kurze Stücke von Erbmaterial aus uralten Gewebeproben wie jenen von Mumien oder im Eis überdauerten Mammuts zu isolieren und einige Proben auch in kultivierte Zellen einzuschleusen. Die amerikanisch-australische Gruppe hat indessen erstmals eine DNS-Probe eines ausgestorbenen Tieres in einem lebenden Tier reaktiviert. Eines der Ziele der Forscher besteht darin, durch Aussterben von Arten verloren geglaubtes Erbmaterial wieder zum Leben zu erwecken, um so bestimmte Gen-Funktions-Beziehungen besser zu verstehen und diese Gene und Steuerungselemente möglicherweise auch für die Entwicklung neuer Medikamente zu nutzen.

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