19.05.2005 · Da staunten sie nicht schlecht: Forscher haben in Tansania eine neue Affenart entdeckt. Die scheuen Tiere leben im Regenwald und sind wohl deshalb so lange unentdeckt geblieben. Doch die Tierart scheint gefährdet.
Kaum gefunden, schon gefährdet - zwei Forscherteams haben eine neue Affenart im ostafrikanischen Tansania entdeckt. Von den „Hochland-Mangaben“ gebe es nur noch etwa 1000 Tiere, berichten Forscher aus Tansania, Kenia und den Vereinigten Staaten im Fachmagazin „Science“ (Bd. 308, S. 1161).
Die mittelgroßen, langschwänzigen Affen leben in Gruppen von etwa 15 Tieren auf Bäumen im Regenwald. Wegen ihrer geringen Zahl werden sie voraussichtlich bald zur gefährdeten Tierart erklärt.
Tierartige Spukwesen
„Ich dachte, ich seh' nicht richtig“, erinnert sich Trevor Jones, ein Biologe, der im Udzungwa-Nationalpark in Tansania arbeitet. Der Affe, den er im Fernglas erblickte, hatte ein schwarzes Gesicht und ein Haarbüschel auf dem Kopf, das an den Irokesenschnitt eines Punks erinnerte. So ein Tier hatte er nie zuvor in Tansania gesehen. Fast gleichzeitig war eine Forschergruppe etwa 350 Kilometer entfernt auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Affen, von dem ihnen Einheimische berichtet hatten.
Tim Davenport, ein Zoologe von der Wildlife Conservation Society in Tansania, war sich nicht sicher, ob er den Erzählungen von den laut rufenden Affen trauen sollte, denn die einheimischen Jäger kennen viele Geschichten von tierartigen Spukwesen. Doch dieser Affe existierte tatsächlich. Die Forscher übernahmen den Namen, den die Bewohner des Hochlandes im Süden Tansanias dem Tier gegeben hatten, und nannten die Affenart „Lophocebus kipunji“.