09.11.2004 · Die in Malaysia lebenden Tiger bilden offenbar eine ganz eigene Unterart der gestreiften Raubkatze. Diese Ansicht vertritt ein amerikanisches Forscherteam, unterstützt durch den WWF.
Ein amerikanisches Forscherteam hat nach Informationen der Umweltstiftung WWF aller Voraussicht nach eine neue Tiger-Unterart identifiziert. Der „Malaysische Tiger“ wäre nach Angaben des World Wide Fund for Nature (WWF) vom Dienstag in Frankfurt am Main die neunte Unterart der Raubkatze.
Bisher sei angenommen worden, daß die auf der Halbinsel Malaysia lebenden Tiere zu den Indochinesischen Tigern (Panthera tigris corbetti) zählten. Die Bestände der Tiger sind in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen.
Signifikante genetische Unterschiede
Ein Team vom National Cancer Institute im amerikanischen Staat Maryland unter der Leitung von Stephen J. O'Brien habe nach der Untersuchung von 134 Tieren so große genetische Unterschiede festgestellt, daß von einer bisher nicht identifizierten Unterart auszugehen sei. Mit dem Kaspischen, dem Java- und dem Bali-Tiger seien im vergangenen Jahrhundert bereits drei Unterarten ausgestorben.
Die Entdeckung muß nach WWF-Angaben nun in einem langwierigen wissenschaftlichen Prozeß bestätigt werden. „Die Beschreibung des Malaysischen Tigers als eigene Unterart erfordert auch einen besseren Schutz der vom Aussterben bedrohten Raubkatze“, sagte WWF-Artenschützer Stefan Ziegler.
Nach Auskunft des WWF lebten in den fünfziger Jahren noch etwa 3000 Tiger in Malaysia, ehe der Bestand in den achtziger Jahren auf 250 Tiere sank. Aufgrund umfassender Schutzmaßnahmen sei die Population wieder auf 600 bis 650 Tiere angewachsen.