05.05.2003 · Weil bei den Seepferdchen die Väter die Eier ausbrüten und die Jungen austragen, bilden sich leichter neue Spezies.
Seepferdchen pflanzen sich auf merkwürdige Weise fort. Das Seestütchen legt die Eier in die Bauchtasche des Seehengstchens, wo dieses sie befruchtet und austrägt, bis die kleinen Seefohlen schlüpfen. Diese Art der Fortpflanzung führt einer Studie zufolge zum schnelleren Herausbilden neuer Spezies unter Seepferdchen.
Denn Seepferdchen suchen sich immer Partner passender Größe. Das fanden Adam Jones und seine Kollegen vom Georgia Institute of Technology heraus. Sie untersuchten Seepferdchen, die in einer Bucht vor dem australischen Perth leben. Sie bestätigten diesen Beobachtungsbefund durch eine genetische Analyse. Und tatsächlich - große Seestuten bevorzugen große Seehengste. Die Wissenschaftler vermuten, daß es sich um einen Auswahlmechanismus handelt, der sicherstellen soll, daß möglichst wenig Eier oder Bauchtaschenplatz verschwendet werden.
Mit einem genetischen Modell zeigten Jones und sein Team, daß sich aus diesem Vorgehen relativ schnell neue Spezies bilden können. Denn rasch bilden sich Fortpflanzungszweige, in denen die Nachkommen immer kleiner oder immer größer werden, und deshalb sich nicht mehr mit anderen Seepferdchen der ursprünglich gleichen Art vermischen. Es genügen dem Modell zufolge wenige hundert Generationen, um eine neue Spezies entstehen zu lassen. Daraus könnte sich die Menge der in der Größe unterschiedlichen Seepferdchenarten erklären.