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Tiere Glückskäfer für die Humboldt-Stiftung

10.11.2003 ·  Pünktlich zum 50. Jubiläumsjahr der Alexander von Humboldt-Stiftung wurde eine neuentdeckte Käferart nach dem Naturforscher benannt.

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Pünktlich zum 50. Jubiläumsjahr der Alexander von Humboldt-Stiftung hat die Stiftung ihren ersten eigenen Glückskäfer erhalten. Die neue Art namens Canthon humboldti wurde von den lateinamerikanischen Wissenschaftlern Bert Kohlmann und Angel Solís im Regenwald Costa Ricas entdeckt. Die neue Art gehört zur Gruppe der Skarabäen - verwandt mit den Tieren, die ägyptische Priester verehrten.

Die neue Käferart ist laut den Entdeckern rund sechs Millimeter lang und etwas über drei Millimeter breit. Ihr Vorkommen ist im pazifischen tropischen Regenwald Costa Ricas von Meereshöhe bis in 500 Meter Höhe. Da sie bislang nur mit Flugabfangfallen nachgewiesen wurde, ist über die Lebensweise der neuen Art bislang nur bekannt, daß sie während des Tages bis zu einem Meter Höhe (vielleicht mehr) über dem Urwaldboden fliegend aktiv ist.

Pillendreher mit berühmten Verwandten

Kennzeichnend für alle Skarabäen ist ihre Eigenart, Futter- oder Brutpillen aus ihrer Nahrung zu kneten, um sie fortzuwälzen und zu vergraben. Eine Strategie, die sich im Wettbewerb mit anderen Arten um Nahrungs- oder Brutstätte sehr erfolgreich zeigte. Als Angehöriger der Skarabäen hat Canton humboldti jedenfalls berühmte Verwandte: In Ägypten wurden Skarabäen zur Pharaonenzeit als Symbol des Urgottes Re verehrt. In Deutschland trug ihnen ihr Brutverhalten einen etwas profanen Namen ein. "Pillendreher" oder "Pillenwälzer" nennt man die Tiere hierzulande.

Humboldt zu Ehren

Mit dem Namen wollten die Entdecker Bert Kohlmann und Angel Solís die Humboldt-Stiftung ehren. "Für mich war das Humboldt-Stipendium von sehr großer Bedeutung", erklärt Kohlmann, der selbst 1999 mit einem Humboldt-Stipendium an der Universität des Saarlandes forschte. "Es hat mir ermöglicht, meine Forschung intensiv voranzutreiben und Kontakte zu deutschen Wissenschaftlern zu etablieren.“ Heute forscht Kohlmann an der Escuela de Agricultura de la Region Tropical Humeda (EARTH) in San José, Costa Rica. Solís ist Wissenschaftler am Instituto Nacional de Biodiversidad in Santo Domingo.

Der Beiname "Humboldt" ist in Geographie, Biologie, Mineralogie oder Ökonomie keine Seltenheit. So tragen beispielsweise ein Gebirge am Südpol, Salze aus Böhmen, Pinguine in Süd- und Orchideen in Zentralamerika ihren Namen zu Ehren des Naturreisenden Alexander von Humboldt (1769 - 1859).

Mit Forschungsstipendien und Preisen ermöglicht die Stiftung jährlich über tausend Forschern aus aller Welt, mit deutschen Kollegen an Forschungseinrichtungen in Deutschland zu arbeiten.

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