Einen ungewöhnlichen prähistorischen Fund haben Bonner Forscher in den Tagebaugebieten bei Garzweiler gemacht: Sie stießen auf Ansammlungen fossiler Nüsse, die ihrer Ansicht nach wahrscheinlich ein Hamster dort vor 17 Millionen Jahren in seinem Bau gehortet hat. Damit wären die Überreste aus dem frühen Miozän die älteste bislang entdeckte Speisekammer, berichtete die Universität Bonn am Montag.
Die mehr als 1.200 Nüsse stammen nach Studien der Forscher von einer ungewöhnlichen Baumart, die heute nur noch an der nordamerikanischen Pazifikküste und in Ostasien vorkommt, und die mit der südeuropäischen Eßkastanie verwandt ist. Fossile Reste eines Hamsters seien nicht entdeckt worden, berichtete die Paläontologin Carole Gee.
„Wahrscheinlich ein großer Hamster oder ein Erdhörnchen“
Die Lage der Nüsse erlaube präzise Rückschlüsse auf den Bau, erläuterte die Forscherin. „Der Bau stammt mit Sicherheit von einem Nagetier, und zwar am wahrscheinlichsten von einem großen Hamster oder möglicherweise einem Erdhörnchen“, folgert sie in einer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Palaeontology“ zusammen mit den Mitautoren Martin Sander und Bianka Petzelberger.
Das Klima war während des Miozäns viel wärmer als heute. Im Rheinland lebten Krokodile, in den Urwäldern tobten Affen, und bis weit in den Norden wuchsen Palmen. Die meisten heute lebenden Nagetiere legen allerdings nur dann große Nahrungsvorräte an, wenn sie sich auf Hungermonate einstellen müssen, zum Beispiel auf strenge Winter oder Trockenzeiten.