http://www.faz.net/-gwz-6xopi

Madagaskar: eine Bildergalerie : Das kleinste Reptil der Welt

Neu entdeckt: das Zwergchamäleon Brookesia micra Bild: Frank Glaw

Ein deutsch-amerikanisches Biologenteam hat auf einer kleinen Insel im Norden Madagaskars ein unbekanntes Zwergchamäleon entdeckt. Eine zoologische Sensation.

          Diese Insel ist ein tropischer Salon märchenhafter Kreaturen: Madagaskar, vor der ostafrikanischen Küste im Indischen Ozean gelegen und in der Größe vergleichbar mit Frankreich, wartet mit neuen zoologischen Superlativen auf: Zu den 127 Froscharten und 112 neu beschriebenen Reptilienspezies, die allein in den letzten zwei Dekaden dort entdeckt worden sind (hierzulande gibt es 22 Amphibien- und 13 Reptilienarten), zählt nun auch das kleinste bekannte Reptil der Welt dazu.

          Joachim  Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Ein Zwergchamäleon-Männchen der Art Brookesia micra bringt es auf eine Kopf-Rumpflänge von 16 Millimetern, mit Schwanz auf unter 29 Millimetern - und ist damit in der Gesamtlänge noch kleiner als zentralamerikanische Kugelfingergeckos, die bisherigen Rekordhalter. Wissenschaftlich beschrieben wird das Mini-Kriechtier zusammen mit drei weiteren neu entdeckten Zwergchamäleons in der aktuell  erscheinenden Ausgabe der Online-Zeitschrift "PlosOne".

          Lebt tagsüber im Laubstreu, nachts klettert es auf Pflänzchen: das winzige Zwergchamäleon Brookesia micra. Bilderstrecke
          Madagaskar superlativ : Von Zwergen und Giganten

          Die Entdecker selbst, ein deutsch-amerikanisches Team, leisten auf der viertgrößten Insel der Welt Rekordverdächtiges: Zusammen haben Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung München, Jörn Köhler vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt und Miguel Vences von der Technischen Universität Braunschweig seit Anfang der neunziger Jahre an die zweihundert neue Arten entdeckt - bei mittlerweile rund dreihundert Frosch- und vierhundert Reptilarten. Und damit dürfte noch nicht Schluss sein. Immer wieder entdecken sie auf ihren Expeditionen zum Festland oder zu einer der 250 vorgelagerten Inseln aufregend Neues. Auf dem vor 165 Millionen Jahren von Afrika und vor mindestens achtzig Millionen Jahren von Indien getrennten Eiland haben sich Pflanzen und Tiere entwickelt, die in der großen Mehrzahl nirgendwo anders vorkommen. Oft sind die mosaikartigen Verbreitungsgebiete klein und die Tiere damit extrem selten.

          Das kleinste Zwergchamäleon etwa ist wie andere dieser Winzlinge nur auf einer zerklüfteten Kalkfelsinsel im Norden gefunden worden. Es lebt wie alle Zwergchamäleons, die möglicherweise den evolutionären Vorläufern der großen Chamäleons ähneln, tagsüber getarnt unter Gestrüpp. Nachts klettert es zum Schutz an Pflänzchen hoch und lässt sich fünf bis zehn Zentimeter höher auf den Blättern zur Nachtruhe nieder. Neben der extremen Miniaturisierung, für die auch die nur zwölf Millimeter lange Froschart Stumpffia pygmaea steht, ist Madagaskar bekannt für seine Riesenarten: Das Parsonii-Chamäleon wird fast einen dreiviertel Meter lang, der Blattschwanzgecko Uroplatus giganteus mehr als dreißig Zentimeter.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Neue Orang-Utan-Art entdeckt Video-Seite öffnen

          Extrem bedroht : Neue Orang-Utan-Art entdeckt

          Im Norden der indonesischen Insel Sumatra haben Wissenschaftler eine neue Orang-Utan-Art entdeckt. Mit nur rund 800 Tieren gilt der Tapanuli-Orang-Utan nun als die seltenste Menschenaffen-Art der Welt.

          Totentanz sorgt für Pest Video-Seite öffnen

          Madagaskar : Totentanz sorgt für Pest

          Gemäß einer alten Tradition werden in Madagaskar regelmäßig Leichname von Verstorbenen aus dem Grab geholt - für einen Tanz der Nachfahren mit den Toten und um das Leichentuch zu wechseln. Nach den Knochenwendzeremonien treten regelmäßig Fälle von Pest auf.

          Topmeldungen

          Sie scheint gestärkt, nicht geschwächt: Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Abbruch der Sondierungsgespräche.

          Jamaika-Ende bei ARD und ZDF : „Ich fürchte nichts“

          Die Auftritte der Bundeskanzlerin im Fernsehen nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche setzen ein Zeichen. Dafür sorgen nicht die Journalisten, das macht Angela Merkel schon selbst. Sie will es nochmal wissen und regieren. Am liebsten, hören wir heraus, mit Schwarz-Grün.

          Nach Aus für Jamaika : Ihr gelbes Wunder

          Auch die AfD hatte auf eine große Koalition gehofft. Sie versprach sich von Jamaika goldene Zeiten in der Opposition – nun muss sie jedoch die Liberalen fürchten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.