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Veröffentlicht: 03.11.2015, 10:48 Uhr

Gestrandete Wale Trauriges Ende am Strand von Calais

Sechs Grindwale sind am Strand von Calais verendet. Ob strandende Meeressäuger krank sind, vom Sonarlärm abgelenkt werden oder gar gemeinsam Suizid begehen - Wissenschaftler streiten über die Ursachen.

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© AFP Zehn Grindwale sind in Calais gestrandet.

Zehn Grindwale sind am Montagmorgen am Strand der nordfranzösischen Stadt Calais entdeckt worden. Sechs der Wale, unter ihnen ein männliches Tier von 4,50 Meter Länge, überlebten nicht. Zwei Weibchen und zwei Jungtiere konnten aber mit Hilfe von Bulldozern der Feuerwehr zurück ins Wasser gebracht werden.

Ein französischer Walexperte vermutet einen gemeinsamen Suizid als Ursache: Nach Angaben von Jacky Karpouzopoulos vom Meeressäuger-Forschungszentrum in La Rochelle ist es möglich, dass eine Walfamilie einem männlichen Leittier freiwillig in den Tod folgt. Die Hypothese, dass Wale sich an Strände werfen, um zu verenden, ist allerdings umstritten. Klar ist, dass schon vor Jahrhunderten Wale durch Stranden verendet sind. Meistens handelt es sich um Zahnwale, die Fisch jagen; nicht um Bartenwale, die sich von Plankton ernähren.

Strandung nach Krankheit?

Verschiedene Theorien über das Stranden sind im Umlauf: Vielleicht verlieren die Wale im Lärm von Sonargeräten ihre Orientierung. Auch die Sonnenaktivität, die das Magnetfeld der Erde beeinflusst, könnte eine Rolle spielen, oder die Form von Buchten und Stränden: Werfen Strände kein ausreichendes Echo zurück, könnten die Wale, die sich mit Echoortung orientieren, möglicherweise vom Weg abkommen.

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Wissenschaftler untersuchen in der jüngeren Vergangenheit zunehmend den Gesundheitszustand von an Stränden verendeten Walen. Solche Studien könnten auch Aufschluss darauf geben, ob strandende Tiere an Krankheiten leiden.

„Nach einer Sektion der in Calais gestrandeten Wale könnte man auch sagen, ob die Tiere Verletzungen oder Infektionen hatten und ob ihre isolierende Fettschicht, der ,Blubber‘, und ihr Ernährungszustand in Ordnung waren“, sagt Michael Dähne, Kurator für Meeressäugetiere am Meeresmuseum in Stralsund.

Vorwärts, marsch!

Von Joachim Müller-Jung

Samstag ist Demotag: Marsch für die Wissenschaft. Gegen die Wissenschaftsfeinde. Haut auf den Trump also? Jedenfalls wollen die Klügsten gerne gehört werden. Was schreibt man da aufs Plakat? Mehr 4 31

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