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Antarktis Wie Phönix aus der Asche des Klimawandels

24.01.2007 ·  Seit der letzten Eiszeit hat manche Abschnitte der antarktischen Küsten kein Lichtstrahl mehr erreicht. Der Klimawandel hat die Südpol-Region vergleichsweise stark erwärmt und nun Teile des Meeresbodens freigelegt. Das Leben hat die Chance ergriffen.

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Vor fast genau fünf Jahren hatte die Klimaerwärmung der Antarktis einen Stempel aufgedrückt, wie sie ihn die Welt bis dahin nicht erlebt hat: Im nördlichen Teil der Antarktischen Halbinsel brach im Larsen-Gebiet innerhalb weniger Wochen ein 3275 Quadratkilometer großes Stück - Larsen-B - aus dem Schelfeis heraus und legte den bis dahin von gewaltigen Eisschilden zugedeckten Meeresboden an der Küste frei.

Es war ein Prozess, der schon mindestens zwölf Jahre vorher begann, wie die vom British Antarctic Survey registrierten äußeren Schelfeisgrenzen zeigen (siehe nebenstehendes Satellitenfoto). Um bis zu zwei Grad hat sich die Antarktische Halbinsel in den vergangenen Jahren erwärmt - mehr als jede andere Region der Erde. Auch das etwas kleinere, nördlich gelegene Schelfeis Larsen A bröckelte immer schneller unter der beschleunigten Erwärmung.

Kolonisierung des Meeresgrundes

Seit annähernd zwei Wochen nun ist das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ mit einer Mannschaft um den Meeresökologen Julian Gutt vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in dem Gebiet unterwegs und hat mit Hilfe eines ferngesteuerten Unterwasserfahrzeuges Proben genommen und einmalige Aufnahmen von der Kolonisierung des Meeresgrunds gemacht - eines Bodens, von dem zumindest im Falle von Larsen-B angenommen wird, dass ihn seit dem Ende der letzten Eiszeit vermutlich kein Lichtstrahl erreicht hat. Im Gegenteil: Die bis zu mehrere hundert Meter dicken Schelfeispanzer, die bis zu einem Drittel der Antarktisküsten bedecken, malträtieren nicht selten den Grund und verhindern zumindest solche Lebensformen, wie sie sich offenbar nun nach einer Startphase von vier Jahren angesiedelt haben. Darunter Schlangensterne, Seegurken, Glasschwämme, Hydrokorallen, Seeanemonen.

„Wir hatten Glück“, sagte Gutt nach den erfolgreichen Forschungsfahrten mit dem Unterwasser-Roboter. Zweieinhalb Tage war das Schiff mit den 47 Wissenschaftlern aus vierzehn Ländern zwischen Packeis stecken geblieben. Die Sammel- und Forschungsarbeiten, die Teil des internationalen „Census of Antarctic Marine Life“ - einer Volkszählung im Südpolarmeer - sind, konnten allerdings schnell fortgesetzt werden. Nachdem man sich aus dem Eis befreit hat, sind die Wissenschaftler mit der Polarstern inzwischen wieder unterwegs in nördliche Richtung - heimwärts.

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