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Risiko am Straßenrand : Feinstaub aus der Luft ins Gehirn

  • -Aktualisiert am

Ein Mann läuft mit Atemschutzmaske durch Peking Bild: dpa

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Feinstaub und Alzheimer? Die Untersuchung von drei Dutzend Toten legt das nahe. Die Schadpartikel kommen vor allem dort vor, wo viele Fahrzeuge unterwegs sind.

          Über das Lungengewebe kann ultrafeiner, gesundheitsschädlicher Feinstaub in den Blutkreislauf aufgenommen werden und sich im Körper weiterverbreiten - und bis ins Hirn vordringen. Eine Forschungsgruppe aus Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Mexiko hat eine Untersuchung veröffentlicht, die eine mögliche Verbindung zwischen ultrafeinen Partikeln im Gehirn und Demenz aufzeigt.

          „Die Studie ist von äußerster Wichtigkeit, weil es bereits unterschiedlichste Hinweise und jede Menge Spekulationen darüber gibt, wie anthropogen erzeugte mineralische Nanopartikel in das Gehirn einwandern und sich dort ansammeln können“, sagte Wolfgang G. Kreyling, wissenschaftlicher Berater des Helmholtz Zentrums in München, dem „Science Media Center“.

          Vorkommen vor allem an städtischen Straßenrändern

          Die Gruppe um Barbara A. Maher von der Universität Lancaster hat das frontale Kortexgewebe von 37 Leichen aus Manchester und Mexiko-Stadt im Alter zwischen 3 und 92 Jahren untersucht und Ansammlungen von Eisenoxid-Nanopartikeln gefunden. Diese rundlichen Partikel konnten in den Alzheimer-Hirnen von acht Verstorbenen aus Manchester nachgewiesen werden. Zudem wurden in allen Proben aus Mexiko-Stadt außergewöhnlich viele Nanopartikel festgestellt.

          Mit Elektronenmikroskopen haben die Forscher eine Ähnlichkeit zu Nanokügelchen entdeckt, die vor allem an städtischen Straßenrändern vorkommen. Aufgrund ihres kleinen Durchmessers können die Partikeln auch durch die Nase ins Gehirn eindringen und regen dort die Produktion von schädigenden reaktiven Sauerstoffspezies („reactive oxygen species“, kurz ROS) an.

          Weitere Vergleichsstudien nötig

          Eine erhöhte ROS-Produktion steht den Forschern zufolge im Zusammenhang mit neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer. Demnach könnte ein vermehrtes Vorkommen von Eisenoxid-Partikeln in den autopsierten Gehirnen als Ursache für die Alzheimer-typischen Beta-Amyloid-Ablagerungen angesehen werden.

          Die Studie, die in den „Proceedings“ der amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht wurde, bedarf weiterer Vergleichsstudien, um die Zusammenhänge genauer aufzuschlüsseln.

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