17.12.2004 · Mit einer bahnbrechenden Methode ist angeblich die großflächig zerstörte Schädeldecke eines siebenjährigen Mädchens wiederhergestellt worden. Mediziner hatten mit aus Körperfett gewonnenen Stammzellen das Knochenwachstum angeregt.
Medizinern in Gießen ist es offenbar gelungen, mit aus Körperfett gewonnenen Stammzellen das Knochenwachstum anzuregen. Mit der bahnbrechenden Methode sei die großflächig zerstörte Schädeldecke eines siebenjährigen Mädchens wiederhergestellt worden, berichtet das „Journal of Cranio-Maxillofacial Surgery“, ein amerikanisches Fachmagazin für Chirurgie, in seiner Dezember-Ausgabe.
Der Kopf des Mädchens sei nun wieder vollständig von einer dünnen, aber festen Knochenschicht umhüllt, sagte der behandelnde Arzt Hans-Peter Howaldt von der Justus-Liebig-Universitätsklinik in Gießen. Vor der Operation im vergangenen Jahr mußte die Siebenjährige ständig einen Schutzhelm tragen, weil bei einem Sturz im Jahr 2001 große Stücke aus ihrer Schädeldecke herausgebrochen waren.
Die Löcher waren nach Angaben von Howaldt zu groß, um durch die Verpflanzung von Transplantaten aus anderen Knochen des Mädchens geschlossen zu werden. Die Wissenschaftler vermischten deshalb Knochensplitter mit aus Fettgewebe der Patientin gewonnenen Stammzellen. Diese verwandelten sich daraufhin in knochenbildende Zellen und bauten die Schädeldecke allmählich wieder auf.