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Siedlungsgeschichte Maus und Mensch

03.10.2008 ·  Wo der Mensch ist, ist die Maus nicht weit. Deshalb lässt sich, wie britische Wissenschaftler zeigen, mit genetischen Untersuchungen an Hausmäusen auch etwas über die Siedlungsgeschichte des Menschen lernen.

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Genetische Analysen von Hausmäusen haben die Vermutung belegt, dass Menschen und Mäuse sich gemeinsam über die Erde ausbreiteten: Besiedelten Mensch eine neue Insel oder einen Kontinent, folgten die Mäuse auf dem Fuße.

Da die Mäuse häufig per Schiff transportiert wurden, lässt sich anhand ihres genetischen Stammbaums auch die menschliche Besiedlung quer über die Erde ablesen. Ein Forschungsteam an der britischen Universität York hat nun Ergebnisse vorgelegt, die zeigen, wie sich die Hausmaus vom europäischen Kontinent zunächst nach Großbritannien und später nach Neuseeland ausbreitete.

Auch Mäuse kommen übers Meer

Das Team analysierte zunächst jeweils das gleiche Erbgutstück von 328 Mäusen aus 105 Orten Großbritanniens. Auf den Orkney-Inseln an der Nordspitze des Landes zeigten sich beispielsweise Verbindungen zu Mäusen aus Norwegen. Die Verteilung der Mäuse des „Orkney-Stammes“ in Großbritannien stimme gut mit dem Einflussbereich der norwegischen Wikinger überein und die Tiere seien wahrscheinlich von diesen herübertransportiert worden.

Das Erbgut einiger Mäusen auf dem Hauptteil Großbritanniens gleiche dagegen eher dem von Mäusen aus Deutschland - sie könnten bereits in der Eisenzeit mit Menschen übergesiedelt sein. Von den Britischen Inseln ging die Reise weiter. Neuseeland ist von offenbar von einem großen Zustrom britischer Mäuse kolonisiert worden, was im Einklang mit der bekannten menschlichen Siedlungsgeschichte steht.

Bunte Mäusegesellschaft

Es gebe auf Neuseeland aber auch einen Mäusestamm, dessen Erbgut dem von Mäusen aus Mitteleuropa gleiche. Eine Übereinstimmung im Erbgut von Mäusen aus Deutschland und aus dem Nelson Lakes National Park lasse besonders gut auf die Siedlungsgeschichte schließen: In dieser Region hatten sich, so schreiben die Forscher, viele Deutsche angesiedelt. Andere Mäusepopulationen stammen wahrscheinlich aus Pakistan und Thailand.

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