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Rekordauktion für Doppelhelix-Brief Daddys 6-Millionen-Dollar-DNA

 ·  Der Brief des Mitentdeckers der DNA-Doppelhelix, Francis Crick, wurde in New York für 6 Millionen Dollar versteigert. Lincolns und Einsteins berühmte Briefe waren billig dagegen.

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UPDATE 12. April: Die 23-Karat-Gold-Nobelpreismedaille von Francis Crick hat bei der Versteigerung im Auktionshaus Heritage Auctions ein Höchstgebot von 1,9 Millionen Dollar erzielt. Käufer ist der Gründer des chinesischen Biotechunternehmens Biomobie, Jack Wang. Der Kaufpreis beläuft sich inklusive Käuferaufgeld auf 2,27 Millionen Dollar.

Der siebenseitige Brief, den der englische Mitentdecker der DNA-Doppelhelix, Francis Crick, im März 1953 an seinen zwölfjährigen Sohn Michael geschrieben hat, ist am Mittwoch in New York für sechs Millionen Dollar (4,6 Millionen Euro inklusive Käuferaufgeld) an einen unbekannten privaten Käufer versteigert worden. Das siegreiche Gebot lag bei 5,3 Millionen Dollar. Nach Angaben des Auktionshauses Christie’s ist das die höchste je für einen einzelnen Brief gebotene Summe.

Für den Brief Albert Einsteins an den amerikanischen Präsidenten Roosevelt, in dem der große Physiker 1939 vor den Gefahren eines Atomkrieges gewarnt hatte, erzielte vor einigen Jahren knapp zwei Millionen Dollar. Der berühmte Brief Abraham Lincolns an die „Little People’s Petition“ aus dem Jahr 1864, in dem er auf die Bitte von 195 Jungen und Mädchen zur Befreiung von Sklavenkindern antwortete, die Befreiung wurde vor drei Jahren für 3,4 Millionen Dollar versteigert. 

Das New Yorker Auktionshaus Christie’s hatte den handgeschriebenen Brief Cricks mit seinen vielen erstaunlich detaillierten Zeichnungen Cricks und dem rührenden, expliziten Ton vor der Versteigerung auf ein bis zwei Millionen Dollar taxisiert. In dem Brief an seinen Sohn im Internat wird die, wie Crick formulierfte, Struktur der „Schrift des Lebens“ und der mutmaßliche  Kopiermechanismus des Genmaterials erläutert.

Die Hälfte der Versteigerungssumme geht, so hat es die Familie um Michael Crick angekündigt, an das von ihm aufgebaute Salk-Institut in Kalifornien, wo Crick die letzten 27 Jahre bis zu seinem Tod 2004 als Hirnforscher arbeitete.

Neben dem Brief wurde ein Notizbuch Cricks für 17.000 Dollar und eine Zeichnung Cricks, die von seiner Frau Odile angefertigt worden war, für 14.000 Dollar versteigert. 

Am Donnerstag kommt bei Heritage Auctions zudem die 23 Karat schwere Nobelpreismedaille Cricks unter den Hammer sowie einige andere Memorabilien wie ein Labormantel, ein Logbuch sowie Bücher des Medizin-Nobelpreisträgers.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)

11.04.2013, 15:08 Uhr

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