23.06.2003 · Menschen erleben Schmerz sehr unterschiedlich. Wie unterschiedlich, ist an ihrer Gehirnaktivität zu sehen.
Um herauszufinden, wie stark ein Mensch Schmerz empfindet, sollte man ihn einfach fragen. Diese auf den ersten Blick wenig neu erscheinende Erkenntnis leitet sich aus einer Studie ab, die zeigt, daß das subjektive Schmerzempfinden direkt mit der Aktivität im Gehirn zusammenhängt.
Denn Menschen, die im Volksmund als Memmen bezeichnet werden und stark auf Schmerz reagieren, haben während des Schmerzes mehr Aktivität im zerebralen Kortex. Und tatsächlich korreliert das per Wort wiedergegebene Schmerzempfinden mit der Aktivität im Gehirn. Sprich, wer sagt, er empfinde mehr oder weniger Schmerz, zeigt auch beim Nachmessen mehr oder weniger Hirn-Aktivität.
Hitzeschmerz ganz unterschiedlich empfunden
Das testeten Robert Coghill und seine Kollegen von der amerikanischen Wake Forest University School folgendermaßen: Sie setzten eine Testgruppe einem Schmerz durch Hitze aus und erfaßten, als wie quälend die Probanden das Prozedere empfanden. Danach wurde bei dem gleichen Schmerz die Gehirnaktivität mit funktionaler Magnetresonanz gemessen. Die, die in Worten eher zurückhaltend gewesen waren und Beschreibungen wie "auszuhalten" gewählt hatten, zeigten weniger Aktivität im zerebralen Kortex als die Probanden, die stärkeres Schmerzempfinden zu Protokoll gegeben hatten.
Daraus folgerten die Wissenschaftler, daß die verbale Frage nach dem Schmerzempfinden eine gute Möglichkeit ist, überraschend objektive Aussagen zu erhalten. Und das, ohne die Gehirnaktivität messen zu müssen.