28.11.2011 · Wenn Kleinkinder, Kätzchen oder Perlhühner laufen lernen, steht immer die gleiche Kette neuronaler Signale dahinter. Wissenschaftler vermuten, dass es sich um ein uraltes System handelt.
Von Christina HucklenbroichWenn Kleinkinder und junge Kätzchen laufen lernen, steht die gleiche Kette neuronaler Signale dahinter. Das schreiben Wissenschaftler in einer in "Science" erschienenen Studie, für die sie die Aktivität von Muskeln im Rumpf- und Beinbereich via Elektromyogramm erfassten (doi: 10.1126/science.1210617). Nadia Dominici von der Universität Rom und ihre Kollegen untersuchten Kleinkinder, Vorschulkinder, Erwachsene und außerdem Säuglinge, die, hält man sie aufrecht, bereits Gehbewegungen machen.
Bei Neugeborenen schicken die zuständigen Motoneuronen ihre Signale in zwei Phasen; ab dem Kleinkindalter kommen zwei weitere Phasen hinzu. Diese vierphasigen Muster verfestigen sich mit dem Älterwerden.
Eine erstaunlich ähnliche Entwicklung fanden die Forscher bei Ratten, Katzen, Affen und Perlhühnern. Sie bilanzieren, dass das "Design" vermutlich vor mehr als hundert Millionen Jahren bei gemeinsamen Vorfahren entstanden ist. Als der aufrechte Gang des Menschen sich entwickelte, habe das Aktivitätsmuster nicht seine grundsätzliche Natur geändert.
Christina Hucklenbroich Jahrgang 1978, Redakteurin im Ressort „Natur und Wissenschaft“
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