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Menschwerdung Nachricht vom Neandertaler

08.08.2008 ·  Die Sequenzierung des kompletten Mitochondriengenoms eines 38.000 Jahre alten Neandertalers stützt die Vermutung, dass es zu keiner genetischen Vermischung zwischen dieser ausgestorbenen Hominidenlinie und den modernen Menschen kam.

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Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben das komplette Mitochondriengenom eines 38 000 Jahre alten Neandertalers veröffentlicht. Zum ersten Mal sei aus alter DNA eine Sequenz zusammengesetzt worden, die im Wesentlichen ohne Fehler sei.

Das Rekonstruktionsverfahren bestand darin, die mitochondriale DNA fünfunddreißig Mal zu sequenzieren. Die dabei gewonnenen Daten ermöglichten es, die tatsächlichen Unterschiede zwischen den Genomen des Neandertalers und eines modernen Menschen von jenen zu unterscheiden, die sich lediglich dem Zerfall der alten DNA verdanken.

Das rekonstruierte Genom lässt Variationen erkennen, die sich bei heutigen Menschen nicht finden. Dieser Befund stützt die These, dass es keine Vermischung zwischen Neandertalern und unseren Hominiden-Vorfahren gegeben hat, obwohl diese Möglichkeit weiterhin nicht auszuschließen ist. Der letzte gemeinsame Vorfahre beider Linien hat nach den neuen Befunden vor 660 000 Jahren (+/- 140 000 Jahre) gelebt.

Von den dreizehn Proteinen, die durch die mitochondriale DNA codiert werden, hat eines seit der Trennung der Entwicklungslinien von Neandertalern und Menschen eine erstaunlich hohe Zahl an Substitutionen von Aminosäuren erfahren. Was das bedeuten könnte, ist noch unklar. Die neue Sequenz stützt auch die Vermutung, dass die Neandertaler weniger zahlreich waren als unsere zeitgleich lebende Vorfahren. Das könnte an der gegenüber Afrika kleineren Ausdehnung Europas gelegen haben, wo die Neandertaler auch Eiszeiten durchzustehen hatten. Die Sequenzierung des kompletten Kerngenoms des fast vierzigtausend Jahre alten Neandertalers ist bereits in Arbeit.

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