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Glosse Vorglühen

 ·  Mit großen Mengen Alkohol vor dem Discobesuch „glühen“ viele Jugendliche zu Hause „vor“, um Geld zu sparen. Amerikanische Studien zeigen nun die Folgen des Verhaltens.

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Wer sich an die ersten Wochen seines Studiums erinnert, denkt meistens daran, wie ein ganz neues Leben begonnen hat: Fern der Heimat, in den ersten eigenen vier Wänden, mit mehreren hundert neuen Gesichtern im Hörsaal. Es ging damals darum, das Chipkartensystem der Mensa zu verstehen und möglichst auf keiner Party zu fehlen - vor allem nicht auf den Ersti-Partys, wo Neulinge Anschluss finden können.

Ein unrühmliches Kapitel des Neubeginns an der Uni beleuchten jetzt Wissenschaftler der Palo Alto University in Kalifornien. Im „Journal of American College Health“ schreiben Amie Haas und ihre Kollegen, dass der Anteil der Studierenden, die vor Discobesuchen „vorglühen“, indem sie sich bei jemandem zu Hause treffen und schon einmal reichlich Alkohol konsumieren, um die Kosten für an der Theke gekaufte Drinks später gering zu halten, im Verlauf des ersten Semesters von etwa sechzig Prozent auf achtzig Prozent stieg. Von denjenigen, die vor dem Studium gar nicht für das „Vorglühen“ zu gewinnen gewesen waren, nahm die Hälfte schließlich doch an solchen Gelagen teil, sobald die ersten Collegewochen verstrichen waren. Befragt worden waren 700 „Freshmen“ kurz nach der Einschreibung und dann noch einmal während des Herbstsemesters. Die Gründe für den Anstieg sind wohl leicht zu finden, dazu gehören eine hohe Partyfrequenz, die Freiheit in der eigenen Studentenbude und der Gruppendruck in sich neu bildenden Cliquen.

„Vorglüher“ haben häufiger Blackouts

Die Kalifornier bilanzieren, dass Prävention auf dem Campus den Trend berücksichtigen müsse. Die „Vorglüh-Forschung“ ist in den Vereinigten Staaten verbreitet, das Verhalten gilt als bedeutendes Problem - auch weil die Strecke zwischen dem Ort des Vorglühens und der Disco von den Jugendlichen meist mit dem Auto zurückgelegt wird. Will man die Erstsemester sensibilisieren, könnten die Daten aus einer zweiten, Ende 2012 im Fachmagazin „Alcoholism: Clinical and Experimental Research“ erschienenen Studie hilfreich sein. Die Untersuchung von rund 200 jungen Erwachsenen ergab, dass diejenigen, die schon vor der Disco Alkohol trinken, häufig Blackouts und unbeabsichtigten Sex haben und Drogen nehmen, ohne sich bewusst dafür zu entscheiden. Und ein weiterer Aspekt dürfte Jugendliche aufhorchen lassen: Wer schon betrunken in die Disco geht, reguliert seine Thekenbestellungen nicht, sondern kauft dort signifikant mehr Alkohol als diejenigen, die nüchtern zur Party kommen.

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